Stuttgart plant keine Transfers im Winter

Walter ist "total sauer" - Hitzlsperger sagt USA-Reise ab

Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger

Haben Redebedarf in Stuttgart: Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger. imago images

Hitzlsperger hat auf die vom DFB organisierte USA-Reise für junge Führungskräfte aus dem deutschen Fußball verzichtet und ist stattdessen in Stuttgart geblieben. "Weil im Moment die Situation hier wichtiger ist als die Reise", begründete ein Sprecher des Zweitligisten am Montag die Entscheidung des Vorstandsvorsitzenden. Nach DFB-Angaben sind unter anderem Hasan Salihamidzic vom FC Bayern, Sebastian Kehl von Borussia Dortmund und Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt dabei.

Hitzlsperger ist dagegen in Stuttgart gefordert, denn die Enttäuschungen aus den letzten Wochen mit fünf Niederlagen aus den jüngsten sieben Partien zehren an den Nerven. Tim Walter macht aus seinem Ärger kein Geheimnis: "Wir dachten, wir hätten gewisse Dinge abgestellt", erklärt der Trainer mit Blick auf eine zuletzt stabilisierte Abwehrarbeit. "Und plötzlich haben wir eine Baustelle, die wir bisher nie hatten." Man gehöre zu den besten Mannschaften, was das Verteidigen von Standards angeht. "Und in Sandhausen bekommen wir die doppelte Portion."

Die ersten beiden Treffer der Gastgeber fielen nach Ecken. Ein Unding für den 44-Jährigen, der in der Vorwoche noch von seiner Defensive begeistert war. "Gegen den KSC haben wir das sehr gut gemacht. Gegen einen Gegner, der zu den Besten gehört, was Standards angeht." In der Woche vor Sandhausen habe man in der Kabine das Thema "nochmal thematisiert, nochmal die Mannschaft sensibilisiert - und dann bekommt man nach einer Minute ein Standardtor. Das geht nicht. Das ist doch nicht normal. Das macht mich richtig sauer, das macht mich stinkig." So sehr, dass er von seinen Spielern fordert, endlich dazuzulernen: "Es geht nur um Wachheit und um Konsequenz. Standards kann jedes kleine Kind verteidigen."

Dissonanzen am Neckar - Keine Transfers im Winter

Stuttgart kommt nicht richtig ins Rollen. Sollte es bis zum Winter nicht besser werden, droht sich die Situation nicht nur tabellarisch, sondern auch personell zuzuspitzen. Für die Spieler, die sich als hartnäckig lernresistent erweisen. Für den Trainer, der sich weiter vor diese stellt. Für Sportdirektor und Sportvorstand, die Coach und Kader zusammengestellt haben und sich und den eingeschlagenen Weg hinterfragen müssen und werden.

Dass die Schwaben auf dem Transfermarkt aktiv werden, schließt Sven Mislintat aus. Der Sportdirektor sieht keinen Bedarf. "Ich sehe nicht, dass wir nachlegen müssen. Ich finde unseren Kader immer noch sehr, sehr breit und gut aufgestellt. Wir können in vielen Bereichen auf extreme Verletzungen und Sperren reagieren. Wir sind, was das angeht, zufrieden. Wir müssen das einfach besser auf den Platz bringen."

Kommenden Montag (20.30 Uhr) geht es für die Schwaben gegen den schwer angeschlagenen 1. FC Nürnberg, der mit Coach Jens Keller einen ehemaligen VfB-Spieler und -Trainer in seinen Reihen hat.

gem/tru