Torschütze: "Die Basics an oberster Stelle"

Bittencourt erklärt Erfolgsrezept - und seine Kopfballstärke

Leonardo Bittencourt

Klein, aber kopfballstark: Leonardo Bittencourt. imago images

"Viele hätten diesen Ball mit dem Fuß genommen", schmunzelte Bittencourt über seinen sehenswerten Treffer, "aber bei meiner Größe kann man ihn eben auch mit dem Kopf nehmen." Ein positiver Ausrutscher sei die Aktion freilich nicht gewesen, fügte der 25-Jährige an: "Ich treffe fast jede Saison mit dem Kopf. Das kommt noch aus meiner Jugendzeit in Cottbus. Da haben wir viel mit langen Bällen gespielt, deshalb hat man da Kopfbälle trainiert. Davor bin ich nicht verschont geblieben, habe daher ein ganz gutes Timing. Wenn man nicht auf mich achtgibt und der Ball auf meinen Kopf fällt, kann er schon mal reingehen..."

Die Erleichterung über den ersten Dreier nach acht sieglosen Ligaspielen in Serie ist aus solch launigen Beschreibungen überdeutlich herauszuhören. Die Grundlagen für den erlösenden Erfolg, so Bittencourt, seien nicht zuletzt in der zurückliegenden Trainingswoche geschaffen worden: "Wir haben die Basics an oberste Stelle gesetzt. Das war auch das Thema der Woche. Die fußballerischen Qualitäten haben wir. Aber Einsatz, Leidenschaft, das muss immer 100-prozentig dasein. Wie wir das in Wolfsburg umgesetzt haben, darauf bin ich stolz. Auch wenn wir nicht den allerbesten Fußball gespielt haben."

"Wir dürfen keinen Schritt weniger machen"

Der Auftritt in der VW-Arena eigne sich insofern auch als Blaupause für die kommenden Wochen bis Weihnachten: "Wenn du so arbeitest und so viel Leidenschaft reinwirfst, wirst du belohnt. Mit dem Einsatz und Willen gewinnst du die Spiele. Aber: Wir können die drei Punkte nur dann vergolden, wenn wir jetzt auch zuhause gewinnen. Ich möchte mit der gleichen Leidenschaft, der gleichen Intensität, dem gleichen Herzen auch Paderborn schlagen. Wir dürfen keinen Schritt weniger machen." Denn, hält Bittencourt richtig fest: "Es ist immer noch eng unten, aber mit zwei Siegen kannst du dich in die richtige Richtung bewegen." Damit Abstiegskampf in der Winterpause tatsächlich kein Thema mehr ist für Werder.

Thiemo Müller

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