Wiedergutmachung gegen Schlusslicht Paderborn

Was Kehl von den BVB-Profis erwartet

Sebastian Kehl

Möchte eine Reaktion sehen nach dem Debakel in München: BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. imago images

Alle sechs Ligaspiele in München hat Borussia Dortmund seit der Saison 2014/15 verloren. Alle sechs folgenden Spiele wurden als Zeichen tätiger Reue anschließend gewonnen. Und nichts anderes ist dann auch am Freitag (Anstoß 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) das erklärte Ziel der Westfalen. "Die Niederlage bei den Bayern hat geschmerzt", sagt Lizenzspielerchef Sebastian Kehl, "jetzt erwarte ich, dass wir von Anfang an mit der Haltung ins Spiel gehen, Paderborn schlagen zu wollen." Kehl nimmt die Mannschaft in die Pflicht: Sie soll vom Anpfiff weg zeigen, "dass es an diesem Abend nur einen Sieger geben kann."

Gut in das Duell mit dem Liga-Schlusslicht zu kommen, würde ganz sicher auch zur Aussöhnung mit den Fans beitragen, die nach München in den sozialen Netzwerken kein gutes Haar an den BVB-Stars ließen. Um die Anhänger wieder auf ihre Seite zu ziehen, werden die Spieler in Vorleistung treten müssen, und dann - das hofft Kehl jedenfalls - könnte die Schmach von München "relativ schnell vergessen" sein.

Eine knallharte Analyse des kollektiven Blackouts bei den Bayern hat es in Dortmund nicht gegeben. "München liegt schon etwas länger zurück", meint Sportdirektor Michael Zorc, "und die nächste Aufgabe steht vor der Tür". Zwölf Spieler absolvierten in der Zwischenzeit patriotischen Dienst für ihre Heimatländer und tankten - wie Julian Brandt - neues Selbstvertrauen.

Wer weiß, was da noch alles passiert?

Julian Brandt über die nächsten acht Spiele

Nach Wochen, "die mal mehr erfolgreich waren und mal ein bisschen weniger", freut sich der 23-Jährige auf die letzten acht Spiele bis Weihnachten. "Wer weiß, was da noch alles passiert?", fragt er. Mit einer üppigen Punkte-Ausbeute könnte sich der BVB wieder näher an die Spitze heranschieben. "Bis zum Winter", rechnet Brandt vor, "kann wieder alles ganz anders aussehen."

Bisher 19 Punkte aus elf Ligaspielen sind die schlechteste Ausbeute seit der Saison 2014/15. Die seit 26 Freitagsspielen unbesiegten Dortmunder (19 Siege, 7 Unentschieden) bauen auf die Fortsetzung einer weiteren Serie: Zuletzt vor eigenem Publikum schossen sie im Januar 2018 gegen Wolfsburg keinen eigenen Treffer. 30 Heimspiele mit mindestens einem Tor folgten. "Wir wissen, was wir gegen Paderborn machen müssen", sagt Favre, "wir wollen unbedingt gewinnen." Lizenzspielerchef Kehl ergänzt: "Wir brauchen den Fokus auf Freitag - und auf die nächsten wichtigen Spiele. Wir brauchen einen Sieg."

Thomas Hennecke

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