Ur-Gladbacher über die Tabelle, Rose und Adventskalender

Kramer: "Die Fans sollen Schalen ausschneiden"

Christoph Kramer (l.) jubelt mit Marcus Thuram

"Sonst ist kein Problem da - aber das ist halt sehr groß": Christoph Kramer (l., mit Marcus Thuram). picture alliance

Bloß nicht auf die Tabelle schauen? Davon hält Christoph Kramer absolut nichts. Er gucke "fast jeden Tag" drauf "und denke: Sieht geil aus. Freut mich." Doch so "unfassbar gut" die vier Punkte Vorsprung für Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach auch sind: Blenden lassen will sich Kramer davon nicht.

"Das einzige Problem ist jetzt, dass wir noch 23 Spiele zu spielen haben", sagte er dem SID. "Sonst ist kein Problem da - aber das ist halt sehr groß." Denn es sei alles "so schnelllebig", "bis Platz neun kann es sehr schnell gehen", findet er: "Es passiert so viel in so kurzer Zeit, jetzt kann man schon wieder Adventskalender kaufen. Man muss sich im Fußball ganz krass alles immer wieder erarbeiten. Man soll träumen, die Fans sollen Schalen ausschneiden. Aber ich glaube, jeder weiß, dass das eine Überraschung ist."

Dass wir jetzt den Kader zwischen vier und acht haben, ist schon ein ganz, ganz krasses Lob für den Verein.

Christoph Kramer

Zufall ist der Höhenflug für ihn dennoch nicht. "Im heutigen Fußball ist der Trainer die wichtigste Instanz eines Vereins. Aber dass wir jetzt den Kader zwischen vier und acht haben (also den viert- bis achtbesten der Liga, d.Red.), ist schon ein ganz, ganz krasses Lob für den Verein und die Arbeit der letzten zehn Jahre", so Kramer, der mit einer Saison Unterbrechung seit 2013 für die Borussia spielt. "Wenn wir zehn Jahre zurückblicken, ist das eine Arbeit, die man gar nicht hoch genug loben kann. Die ist sensationell gut."

Heute cool, morgen katastrophal? Diese Wellen gebe es in Gladbach nicht

Anders als bei manchem Konkurrenten hebe man "hier nicht ab im Erfolgsfall, man wirft im Fall einer Niederlagenserie nicht alles um. Man hat einen klaren Plan und eine klare Vision, das spürt man einfach. Das zeichnet einen Verein im heutigen Fußball aus. Die Wellenbewegungen, dass heute alles cool und morgen katastrophal und übermorgen wieder cool ist, darf man nicht mitmachen. Das macht das Arbeiten für alle Beteiligten einfacher."

Und bislang scheint sich das auszuzahlen. Alle Neuzugänge etwa hätten "überdurchschnittlich gut eingeschlagen, und auch als Typen sind sie total sauber und angenehm", schwärmt Kramer. Und Trainer Marco Rose sei menschlich ebenfalls "wirklich herausragend", sein Fußballstil "ein Stück weit Entertainment" und von "großer Energie, Leidenschaft und Hingabe" gekennzeichnet. Die 25 Punkte, aus denen am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) bei Union Berlin 28 werden sollen, habe Gladbach "nicht mit Glück geholt".

jpe

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