2. Bundesliga

VfB: Nach der Krise ist vor der Krise

Stuttgarts Trainer, die Favoritenrolle und die Underdogs

VfB: Nach der Krise ist vor der Krise

Stuttgarts unangenehmer Gang zu den Fans

Unangenehmer Gang: Die Stuttgarter bei den mitgereisten Fans. picture alliance

Es ist gar nicht so lange her, da siegten die Schwaben 1:0 in Bielefeld. Zugegeben etwas glücklich, aber nicht unverdient. Am achten Spieltag, was ihnen die Tabellenführung inklusive fünf Punkten Vorsprung auf die Arminen auf Platz 3 brachte. Heute stellt sich die Tabelle umgekehrt dar. Die Ostwestfalen stehen ganz oben. Fünf Punkte vor den Schwaben, die unter anderem gegen die Kellerkinder Wehen Wiesbaden, Kiel und Osnabrück die Punkte verschenkten.

Nicht, weil die vermeintlich Kleinen Großes leisten mussten, sondern weil der vermeintlich Große riesige Defizite in seinem Spiel auswies. Mal defensiv mit individuellen Fehlern. In Osnabrück mal wieder offensiv mit einer verheerenden Chancenverwertung. Tim Walter will dennoch nichts davon hören, dass sich seine Mannschaft gegen Underdogs besonders schwertut. "Wir sind immer der Favorit. Egal gegen wen. Gegen Aue sind wir auch Favorit und die stehen auch oben", ärgert sich der Trainer. "Dessen müssen wir uns bewusst sein. Dem müssen wir uns stellen. Ganz egal, ob der Gegner Nummer 14, 15 oder 18 ist oder 4, 5 oder 6. Es ist immer gleich."

Tempo, Biss und Zielstrebigkeit fehlen

Dem 44-Jährigen macht dies nichts aus. An seinen Spielern scheint das dennoch nicht spurlos vorbeizugehen. Wieso sonst lassen sie den Eindruck zu, leichtfertig mit ihren Qualitäten und besonders mit ihren Torchancen umzugehen. Auch in Osnabrück ließ die Mannschaft phasenweise das nötige Tempo und den nötigen Biss vermissen. Die fehlende Zielstrebigkeit vor dem Tor tat ihr Übriges zur Niederlage beim Aufsteiger, den Walter nicht so einordnet. "In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. In einem Moment bist Du Erster, im nächsten plötzlich Sechster. Das ist immer eine Momentaufnahme."

Überhaupt sei die Stuttgarter Ausgangposition jedes Mal eine etwas diffizilere. "Die anderen Mannschaften tun sich gegeneinander etwas leichter, weil sie nicht die Dominanz auf dem Platz haben. Wir tun uns da etwas schwerer", klagt der 44-Jährige, der dies dennoch nicht als Entschuldigung gelten lässt. Wissend um die eklatanten Mängel in der Chancenverwertung. "Auch wenn jeder sagt, dass wir uns gegen solche Gegner schwerer tun. Wir haben genug Torchancen gehabt, um das Spiel für uns zu entscheiden."

George Moissidis