Interimstrainer Flick lobt Lewandowski in den höchsten Tönen

Müller: "Immer wieder herrlich, wenn die Dortmunder nach München kommen"

Thomas Müller und Robert Lewandowski genießen die Stimmung nach dem deutlichen 4:0 gegen Dortmund.

Strahlende Bayern-Gesichter: Vorlagengeber Thomas Müller und Doppelpacker Robert Lewandowski genießen das 4:0. imago images

4:0, 5:0, 6:0, 4:1, 5:1, 2:1. Der FC Bayern hat nicht nur zum sechsten Mal in Folge ein Bundesliga-Heimspiel gegen den BVB gewonnen, sondern auch zum fünften in Folge quasi Katz' und Maus mit dem Meisterschaftskontrahenten gespielt. Dieses Mal beim 4:0, das allen voran Doppelpacker Robert Lewandowski und Thomas Müller mit zwei Vorlagen auf den Weg gebracht hatten, dominierte der amtierende Meister nach Belieben und ließ mit dem zweiten Zu-Null-Spiel in Folge nicht einmal einen einzigen Torschuss zu. Nationaltorwart Manuel Neuer? Quasi beschäftigungslos.

Sichtlich gut gelaunt präsentierte sich im Anschluss Müller gegenüber "Sky". Der Weltmeister von 2014, der unter dem nun "bis auf Weiteres" bleibenden Interimstrainer Hansi Flick wieder zum Stammpersonal gehört, sagte zunächst: "Erst einmal ein Kompliment natürlich an die Mannschaft. Wir haben das, was der Hansi in der kurzen Zeit, auch kurz vor dem Olympiakos-Spiel und jetzt versucht hat, einzuschleifen, echt gut umgesetzt. Wir waren mutig, haben mit den Außenverteidigern vorgepresst."

Im Gedächtnis blieben aber vielmehr Müllers folgende Worte, die sich rein auf das Duell mit dem BVB und einem im Vorfeld immer wieder proklamierten Begriff drehten: "Es war ja unter der Woche das Schöne, dass immer von Männerfußball die Rede war. Da ich jetzt schon ein bisschen älter bin, 30, weiß ich: Da ist man immer besonders angespornt. Das ist aus meiner Sicht schon auch der Unterschied, warum wir siebenmal in Folge deutscher Meister geworden sind. Es ist immer wieder herrlich, wenn die Dortmunder nach München kommen und wir so auftreten wie heute." Das sei "keine Frage der Mentalität, sondern eine Frage, welche Art Fußball ich bereit bin zu spielen. Wir waren da, wir waren in den Zweikämpfen. Wir haben schnell heute nach wenigen Sekunden, spätestens nach zehn Minuten klargemacht, dass wir hier heute das Spiel gewinnen wollen."

Befreite Bayern nach dem Kovac-Aus?

Angesprochen wurde Müller natürlich auch darauf, was denn der Trainerwechsel in der Mannschaft und vielleicht bei ihm selbst ausgelöst habe. Dazu gab sich der Offensivmann, der nun in 329 Bundesliga-Partien bei stolzen 110 Toren und 131 Vorlagen liegt, diplomatisch: "Das heute war ein fulminantes Spiel - und von der Einstellung her hat mir auch das Spiel gegen Olympiakos schon gefallen. Das Spiel in Frankfurt kann man dagegen nicht 100-prozentig hernehmen, wir kriegen nach sieben Minuten die Rote Karte. Zu krass würde ich das deswegen jetzt auch nicht machen in meiner Bewertung. Die Spieler waren aufgrund des Trainerwechsels natürlich noch mehr gefordert - und ich bin froh, dass wir das alles so auf den Platz bekommen haben."

"Lewandowski ist der weltbeste Stürmer"

Hansi Flick ist und bleibt voerst Trainer des FC Bayern München.

Beste Laune an einem Gala-Abend: Hansi Flick freut sich mit der Bayern-Bank über einen großen Auftritt gegen Dortmund. imago images

Das lag natürlich einmal mehr an Lewandowski, der nun an jedem der ersten elf Bundesliga-Spieltage mindestens einmal getroffen hat (längst Rekord), bei 16 Saison- sowie bei 23 Pflichtspieltoren in 17 Partien steht und obendrein bei elf Duellen mit Ex-Klub Dortmund auf 16 Treffer kommt. "Für mich ist Lewandowski der weltbeste Stürmer und ein absolutes Vorbild", freute sich FCB-Coach Flick im Anschluss für seinen Schützling und erinnerte daran, dass für den Polen in naher Zukunft noch eine Leisten-OP ansteht: "Er hat keine Schmerzen, aber es ist klar, dass er operiert werden muss. Den Zeitpunkt muss dabei er allein bestimmen. Und bei seinem Lauf würde ich es mir selbst wohl gut überlegen."

Von der gesamten Mannschaftsleistung zeigte sich Flick natürlich auch beeindruckt: "Man muss einfach sagen, dass sich so eine Leistung schon am Mittwoch angedeutet hat. Die Mannschaft hat Wille an den Tag gelegt und natürlich heute dazu gezeigt, dass sie Fußball einfach auch zelebrieren kann. Dabei war diese Woche für alle nicht einfach, weil wir gar nicht so viele Trainingseinheiten aufgrund von Champions League und Regeneration reinpacken konnten."

mag

Bilder zur Partie Bayern München - Borussia Dortmund