Schröder vermeidet klares Treuebekenntnis zu Schwarz

"Totales Versagen von allen": Mainz auf neuem "Tiefpunkt"

Redebedarf: Rouven Schröder und die Mainzer Spieler mussten sich nach Abpfiff dem Unmut der Fans stellen.

Redebedarf: Rouven Schröder und die Mainzer Spieler mussten sich nach Abpfiff dem Unmut der Fans stellen. imago images

"Das war ein totales Versagen von allen auf dem Platz", wetterte Kapitän Daniel Brosinski bei "Sky", der in der Nachspielzeit noch den 2:3-Endstand erzielt und die Partie damit zumindest noch für ein paar Sekunden spannend gemacht hatte. "Das bringt dann auch nichts, das Ding war ja gegessen", meinte Brosinski. Gegessen, nachdem Mainz zuhause gegen den Aufsteiger aus der Hauptstadt bereits nach gut 50 Minuten mit 0:3 zurücklag. "Das ist auf das ganze Spiel zu wenig", so der Spielführer, der anschließend noch klare Worte an seine Kollegen richtete: "Heute muss sich jeder hinterfragen, ob er alles auf dem Platz gebracht hat."

Gesprächsbedarf sahen auch die Anhänger in der Stehplatz-Kurve. Einige Fans kletterten nach Spielschluss über den Zaun, um die Spieler, die vor der Absperrung warteten, zur Rede zu stellen. Die Sicherheitskräften mussten eingreifen, um Handgreiflichkeiten zu verhindern - unschöne Szenen in unschönen Zeiten für den Verein.

Spielersteckbrief Brosinski

Brosinski Daniel

Trainersteckbrief Schwarz

Schwarz Sandro

Schwächste Zwischenbilanz der Vereinshistorie

Die Horror-Zahlen nur eine Woche nach dem 0:8-Debakel in Leipzig: Die Rheinhessen weisen die schwächste Bilanz ihrer Bundesliga-Historie nach elf Spielen auf. 30 Gegentore sind nicht nur aktuell klarer Höchstwert in der Liga, sondern auch Vereinsnegativrekord zu diesem Zeitpunkt der Saison. Zudem kassierte nur Werder Bremen so viele Treffer nach Standards wie der FSV (neun). Gegen Union waren zwei weitere hinzugekommen, jeweils hatten es die Mainzer nicht geschafft, Berlins kopfballstarken Stürmer Sebastian Andersson nach Ecken zu verteidigen. Auch das 0:1 durch ein Eigentor von Brosinski entstand nach einer recht simplen Hereingabe aus dem Halbfeld.

Kurz zuvor hatte Mainz durch Szalai und Baku noch hervorragende Chancen liegen gelassen, um selbst in Führung zu gehen und dem Nachmittag vielleicht einen anderen Anstrich zu verpassen. "In diese Phase hinein fällt das Tor für Union, dann war bei uns der Stecker draußen", analysierte Coach Schwarz. "Schlussendlich haben wir verdient verloren. Hintenraus haben wir nochmal Moral gezeigt, aber man hat uns schon angemerkt, dass wir nicht so frei im Spiel waren."

Kein Bekenntnis zu Schwarz: "Wir werden kritisch miteinander umgehen"

Über die Länderspielpause stehen die Mainzer nun auf dem Relegationsplatz. Ob Schwarz danach noch auf der Bank sitzt? Ein klares Treuebekenntnis vermied Rouven Schröder unmittelbar nach Abpfiff. "Ich muss mich nicht jede Woche hinstellen und über Sandro Schwarz diskutieren. Das ist eine gemeinschaftliche Situation, die wir zu betrachten haben", erklärte der Sportvorstand.

Die Bestandsanalyse "Sandro Schwarz ist unser Trainer" ließ Schröder zwar noch verlauten, allerdings kündigte er auch an: "Wir werden kritisch miteinander umgehen und uns alle hinterfragen, wie wir die Dinge besser machen können."

mib