Diskussionen um Platzverweis im Nordduell

Hecking: "Für mich war es keine Rote Karte"

Dieter Hecking

Dieter Hecking war nach dem Platzverweis für seinen Spieler Bakery Jatta kaum zu halten. imago images

Was war passiert? Der HSV, der 25 Minuten lang in Kiel das Spiel weitgehend im Griff hatte, agierte ab der 26. Minute in Unterzahl: Bakery Jatta holte vor der Kieler Bank mit einer Grätsche seinen Gegenspieler Salih Özcan von den Beinen. Die Attacke des Gambierd traf den Kieler hart, da der Hamburger mit großer Geschwindigkeit in den Zweikampf ging. Die Verantwortlichen der Störche sprangen von der Bank auf und Schiedsrichter Christian Dingert schickte den Flügelstürmer des HSV mit Rot vom Feld.

Dieter Hecking war mit der Entscheidung nicht einverstanden. Sofort nach dem Platzverweis sah der Trainer der Hamburger Diskussionsbedarf und auch nach dem Spiel war der Ärger des 55-Jährigen nicht verflogen. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte er: "Für mich ist es keine Rote Karte. Baka (Bakery Jatta, Anm. d. Red.) kann man vorwerfen, dass er mit einer Dynamik in den Zweikampf reingeht, die vielleicht überflüssig war in der Szene. Der Gegenspieler will einfach nur blocken und wird durch die Dynamik gefoult."

"Dann kommt der Sturz," führte Hecking weiter aus, "der geht in Richtung Asphalt - das sieht dann spektakulär aus. Die ganze Kieler Bank - was verständlich ist in dieser Szene - springt auf und dann bekommt die Situation eine eigene Dynamik. Ich denke, wenn Dingert ein bisschen mehr Abstand gehabt hätte, ein bisschen mehr Ruhe gehabt hätte, dann hätte man es bei Gelb belassen können", befand der Trainer.

Mit der Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte war er derweil zufrieden. "Wir wollten ohne Gegentor bleiben, haben mehr Ballbesitz in Unterzahl kreiert und das Spiel ausgeglichen gestaltet", analysierte der Coach. "Am Ende konnten wir Kapital daraus schlagen, dass Kiel das 1:0 verwalten wollte", resümierte er. Mit dem Unentschieden bleiben die Hamburger vorerst auf dem ersten Platz, allerdings kann Bielefeld mit einem Sieg in Nürnberg den HSV von der Tabellenspitze verdrängen.

fob