Ex-Kapitän darf erstmals seit Mai wieder von Beginn an ran

Kroos - ein Anfang ist gemacht

Joshua Kimmich im Zweikampf mit Felix Kroos

Nach zwei Einwechslungen stand Felix Kroos bei Union Berlin erstmals in dieser Saison in der Startelf. imago images

Die laufende Saison steht für Kroos bis dato unter keinem sonderlich günstigen Stern. Erst musste der Mittelfeldspieler des 1. FC Union Berlin während der Vorbereitung für einige Tage kürzertreten, weil er wegen Krämpfen im Unterleib gar eine Nacht im Krankenhaus verbringen musste. Und dann musste sich der 28-Jährige in dieser Spielzeit bisher überwiegend mit der Rolle des Reservisten begnügen. Bis zum Gastspiel der Eisernen in München hatte Kroos in den acht Partien zuvor lediglich zwei Einwechselungen zu verzeichnen: am 3. Spieltag beim 3:1-Heimcoup gegen Borussia Dortmund (ab der 80. Minute für Anthony Ujah) sowie beim 2:0-Heimsieg vor neun Tagen gegen den SC Freiburg (ab der 77. Minute für Christian Gentner). Ansonsten drückte der im Januar 2016 von Werder Bremen an die Alte Försterei gewechselte Mittelfeldakteur die Bank.

Wir haben das System umgestellt und versucht, das Zentrum in den Griff zu bekommen, darum hatten wir drei zentrale Mittelfeldspieler.

Urs Fischer

In München hatte das Warten auf die Chance nun ein Ende. Im Duell mit dem Rekordmeister durfte Kroos erstmals seit dem 34. Spieltag der vergangenen Zweitliga-Saison (2:2 beim VfL Bochum) in einem Pflichtspiel wieder von Beginn an spielen, weil Trainer Urs Fischer die taktische Ausrichtung seines Teams verändert hatte. "Wir haben das System umgestellt und versucht, das Zentrum in den Griff zu bekommen", sagte der Schweizer, "darum hatten wir drei zentrale Mittelfeldspieler." Kroos agierte an der Seite von Robert Andrich als Sechser, während Gentner vorgezogen als eine Art defensiver Zehner spielte. Kroos erfüllte seinen Job unauffällig, hatte aber das Pech, dass vor dem 2:0 der Ball nach einem eigentlich misslungenen Dribbling von Robert Lewandowski von seiner Brust dem Torschützen wieder direkt vor die Füße prallte. Kroos' direkter Vorgesetzter war dennoch einverstanden mit der Startelf-Premiere seiner Nummer 23, die nach 60 Minuten Flügelstürmer Sheraldo Becker Platz machte.

Auch im Pokal in der Startelf? Ein Anfang ist jedenfalls gemacht

"Felix hat das sehr gut gemacht, hat aber auch schon im letzten Spiel, als er eingewechselt wurde, gezeigt, dass er bereit ist und einen Startelf-Einsatz drängt", sagte Fischer über den ehemaligen Kapitän (Juli 2016 bis Juli 2018). Ob Kroos auch im Pokal am Dienstag beim SC Freiburg (18.30 Uhr, LIVE! auf kicker.de) oder anschließend im Derby gegen Hertha BSC am kommenden Samstag (18.30 Uhr, LIVE! auf kicker.de) wieder spielen darf, ist noch ungewiss. Ein Anfang ist mit seiner Startelf-Nominierung aber mal gemacht.

Andreas Hunzinger