Nach fast drei Jahren Zwangspause

Magdeburg: Es darf wieder gehüpft werden

Dürfen demnächst auch wieder zum Hüpfen ansetzen: Die Fans des 1. FC Magdeburg

Dürfen demnächst auch wieder zum Hüpfen ansetzen: Die Fans des 1. FC Magdeburg. picture alliance

Seit November 2016 (ironischerweise ebenso im Spiel gegen Hansa Rostock) ist es den Magdeburger Fans untersagt gewesen, zu hüpfen - und zwar in allen Blöcken. Seit März wird der Fanbereich in der Nordtribüne der MDCC-Arena im Zuge von Umbaumaßnahmen aber komplett in Stehränge umgewandelt. Zusätzlich wurden die Blöcke 1 bis 7 durch Stahlträger statisch verstärkt.

Deshalb galt am vergangenen Wochenende: Hüpfen gegen Rostock. Zu diesem Zweck wurde das Hüpfverbot für die Blöcke 1 bis 4 außer Kraft gesetzt. Und tatsächlich: Ab Mitte der ersten Halbzeit hüpften die FCM-Fans auf der Nordtribüne - mit einem positiven Resultat: "Vorläufiges Ergebnis der Messungen ist, dass das Tragwerk sicher ist und dass gehüpft werden kann", erklärte Heinz Ulrich, Leiter des Eigenbetriebs Kommunales Gebäudemanagement Magdeburg, gegenüber der "Volksstimme". Doch wirklich nur in den genannten Blöcken. In allen anderen Bereichen wie der Haupt-und der Gegengeraden sowie der Südtribüne wird das Hüpfen auch in Zukunft dauerhaft untersagt bleiben.

Denn nachdem 2016 im Spiel gegen Rostock Schäden am Beton festgestellt wurden, hätten die Folgen damals dramatisch sein können, wären die Fans nur einen Tick schneller gehüpft. Das ergaben Prüfungen von Dr. Michael Mistler. Der Sachverständige für Baudynamik war im Heimspiel gegen Rostock wieder zurückgekehrt, um zu prüfen, ob die zwischenzeitlich durchgeführten Baumaßnahmen zur Verstärkung der Konstruktion Wirkung zeigen würden - und um die rhythmischen Messungen detailliert auszuwerten.

Ergebnisse könnten auch anderen Vereinen helfen

Mit diesen wollte man "wissen, wie sich das berechnete Modell des Statikers in der Praxis auswirkt", so Ulrich. Die Ergebnisse könnten bei zukünftigen Arbeiten auch an anderen Stadien helfen. Denn nicht nur in Magdeburg gäbe es die Hüpfprobleme, erinnert er.

Das Tragwerk sei laut dem "vorläufigen Ergebnis der Messungen" sicher. Deshalb könne er bestätigen, "dass gehüpft werden kann". Das nächste Mal voraussichtlich am 2. November, im Derby gegen den aktuellen Spitzenreiter der 3. Liga, den Halleschen FC. Eine endgültige Entscheidung stehe laut Mistler noch aus. Für das bevorstehende Ost-Duell sowie künftige Begegnungen mit Halle kündigte der "Block U" aber ohnehin seinen Boykott an. Hintergrund ist ein Vorfall von vor drei Jahren, als FCM-Fan Hannes nach einer Auseinandersetzung mit Anhängern des HFC aus einem Zug stürzte und starb. "Durch unser Fernbleiben erhoffen wir uns, dass dieses und zukünftige Spiele an Bedeutung verlieren und weitab der Normalität stattfinden", hieß es in einer Mitteilung.

kon