Frankfurt: Ehrungen für Hütter und Hinteregger

Kohr: "Nächstes Jahr wieder international spielen"

Dominik Kohr

Antreiber: Dominik Kohr. imago images

Erst am vergangenen Donnerstag waren die Vorstände Fredi Bobic und Axel Hellmann als "Player des Jahres" mit dem "Horizont Sportbusiness Award" ausgezeichnet worden. An diesem Montagabend werden in Wien laut Klubangaben Trainer Adi Hütter und Verteidiger Martin Hinteregger auf der sogenannten Bruno-Gala geehrt. Angelehnt ist der Preis an die 1994 viel zu jung verstorbene österreichische Fußballlegende Bruno Pezzey, die von 1978 bis 1983 für die Eintracht gespielt hatte. Hütter wird den unter der Schirmherrschaft der Vereinigung der Fußballer (VdF) und der Gewerkschaft Younion vergebenen "Ehrenpreis" erhalten, Hinteregger ist der "Legionär der Saison". Am Dienstagmorgen werden sie gemeinsam zurück nach Frankfurt fliegen, wo für 11 Uhr die erste Trainingseinheit angesetzt ist.

Frankfurt vor Wochen der Wahrheit

So schön derlei Preise und Ehrungen auch sind, wichtiger ist, was am Freitagabend ab 20.30 Uhr auf dem Rasen im Waldstadion passiert. Die Partie gegen Leverkusen ist der Auftakt zu äußerst anspruchsvollen Wochen mit Spielen gegen Lüttich (H, Europa League), Gladbach (A), St. Pauli (A, DFB-Pokal), Bayern München (H), Lüttich (A), Freiburg (A), Wolfsburg (H) und Arsenal (A). Anders ausgedrückt: Bis Ende November trifft Frankfurt in der Liga ausschließlich auf Teams, die in der Tabelle aktuell vor den Hessen stehen.

"Wir können uns jetzt beweisen", sagt Dominik Kohr vor den Wochen der Wahrheit. Er weiß: "Wenn du verlierst, kann der Abstand nach oben schnell groß werden. Das wollen wir aber nicht, wir wollen oben dabeibleiben und nächstes Jahr wieder international spielen." Es ist zu früh, um zu beurteilen, ob dieses ambitionierte Ziel auch realistisch ist. Die kommenden Partien werden die Richtung vorgeben. Kohr hofft, dass die Mannschaft ähnlich wie vergangene Saison "in einen Lauf kommt" - am besten schon gegen seinen Ex-Klub, für den er bis zum Sommer unter Vertrag stand.

Kohr tippt ein 2:0 gegen seinen Ex-Klub

"Mit einem Sieg können wir an Leverkusen vorbeiziehen", sagt Kohr - und tippt ein 2:0. Worauf es ankommt? "Leverkusen ist eine Ballbesitzmannschaft, wir werden viel laufen müssen. Am besten wäre es, wenn wir den Gegner mit unserer aggressiven Spielweise gar nicht erst ins Spiel kommen lassen, ihnen den Schneid abkaufen und früh in Führung gehen", erklärt Kohr. Das ist gegen Gegner dieses Kalibers freilich leichter gesagt als getan. Der Mittelfeldkämpfer warnt vor zu viel Risiko und dem schnellen Umschaltspiel der Werkself, betont aber: "Auch wir haben gute und schnelle Spieler, gerade über die Außen. Wenn wir Räume kriegen, können wir ebenfalls schnell umschalten." Filip Kostic lässt grüßen.

Offen ist, ob Kohr gegen Leverkusen überhaupt von Beginn an ran darf. Mit Sebastian Rode, Djibril Sow und Gelson Fernandes ist die Konkurrenz im Zentrum groß. Wer auch immer im defensiven Mittelfeld den Vorzug erhält, die Aufgabe könnte größer kaum sein: Es gilt, Ausnahmetalent Kai Havertz an die Kette zu legen. "So einen Spieler muss man aggressiv bearbeiten, damit er keine Freiräume bekommt. Wenn man sie ihm lässt, kann er tödliche Pässe spielen oder mit seinen Aktionen selbst Tore schießen", erläutert Kohr, der natürlich "am liebsten" selbst die Aufgabe des Wachhundes übernehmen würde.

Dost vor Rückkehr ins Mannschaftstraining

Im Sturm könnte derweil Bas Dost zurückkehren. Der 1,96-Meter-Hüne war zuletzt gegen Werder Bremen ausgefallen (muskuläre Probleme) und steht nun vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. Hütter sagte am Montag: "Bas hat heute noch einmal ein individuelles Programm absolviert. Wenn er diese Belastung ohne Probleme verkraftet, wird er morgen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen."

Julian Franzke