kicker-Doppelinterview vor dem möglichen ersten Bruderduell

Die Schlotterbecks: "Wir würden um unser Leben rennen"

Keven (l.) und Nico Schlotterbeck

Am Samstag stehen sich ihre Teams gegenüber: Keven (l.) und Nico Schlotterbeck. imago images (2)

Im Sommer wechselte Keven Schlotterbeck, der wie sein gut zweieinhalb Jahre jüngerer Bruder Nico Linksfüßer und Innenverteidiger ist, auf Leihbasis vom SC Freiburg zu Aufsteiger Union Berlin. Ein Grund für den Schritt: Der 22-Jährige wollte im Breisgau einem Duell mit Nico um einen Platz in der Abwehrformation aus dem Wege gehen.

Am Samstagnachmittag könnte es nun an der Alten Försterei zum ersten direkten Aufeinandertreffen in einem Wettkampf kommen. Nur zehn Tage später folgt das "Rückspiel" im Pokal, wenn Union in Freiburg gastiert. Vor diesem Doppelduell nahmen beide an einer Schnellfragerunde teil, um die brüderlichen Kräfteverhältnisse in den unterschiedlichsten Bereichen zu klären.

kicker: Keven und Nico, wer kann besser kochen?
Keven Schlotterbeck: (lacht laut) Er.
Nico Schlotterbeck: Ganz klar ich.

Wer ist besser mit dem rechten Fuß?
Nico: Auch ich.
Keven: Das ist eine Lüge, das bin ich, zu 100 Prozent.

Wer behält bei Rangeleien die Oberhand?
Nico: Früher er, heute auch ich.
Keven: Das glaube ich nicht. Du brauchst noch ein bisschen Erfahrung. Ich weiß, wie ich dich zu Boden kriege (grinst).

Wann war der letzte Kampf?
Nico: Das ist lange her.
Keven: Vor der Freiburger Zeit. In Freiburg, ein Jahr in einer gemeinsamen Wohnung ohne unsere Eltern, da haben wir uns nochmal intensiver kennengelernt und sehr gut verstanden. Vielleicht haben wir uns mal angeschrien, weil ich die Küche nicht aufgeräumt habe, aber das war's (grinst).

Die Frage nach der Mehrarbeit im Haushalt und der Ordnung können wir uns also sparen?!
Nico: Ja, diese Rubrik geht auch an mich. Er war aber auch oft mit Freunden essen und hat nicht so viel benutzt, musste also nicht ganz so viel helfen.
Keven: Ich lasse die Sachen gerne stehen und will sie am nächsten Tag erledigen. Da kann es sein, dass sie mal drei, vier Tage stehen und ich hoffe, der kleine Bruder macht's. Das war aber leider nicht immer der Fall.

Wer ist insgesamt, also auch außerhalb des Fußballplatzes, der Mutigere?
Keven: Aus meiner Sicht ich.
Nico: Ich (lacht).

Klippenspringen, Bungee-Jumping - wer wäre bei solchen Aktivitäten vorne dabei, wenn es Ihre Profiverträge erlauben würden?
Nico und Keven: Da wären wir beide dabei.
Keven: Wir sind beide ein bisschen crazy.

Wer geht nachts in der dunklen Gasse, in der Gefahr lauern könnte, voran?
Keven: Keine Chance, da schicke ich ihn vor. Er ist jünger. Er opfert sich gerne für mich (grinst).
Nico: Auf keinen Fall.
Keven: Wir würden im Dunkeln beide um unser Leben rennen, das ist nichts für uns.

Wer ist dabei schneller?
Keven: Auf den ersten Metern er, hinten raus komme ich.
Nico: Da sehe ich auch mich vorne.

Wie lauten denn die 30-Meter-Sprint-Zeiten?
Nico: Du hattest 4,1, ich 4,0.
Keven: Daran kann ich mich nicht mehr genau erinnern (grinst).

Wem gelingt das erste Bundesliga-Tor?
Nico: Mir!
Keven: Natürlich mir. Im Pokal habe ich in der ersten Runde in Halberstadt schon eins gemacht.

Früher haben Sie ab und an Tennis gespielt. Wer hat da die Nase vorn?
Nico: Auch ich. Aber Tennis haben wir sehr lange nicht mehr gespielt. Ich glaube, das letzte Mal habe ich in zwei Sätzen gewonnen.
Keven: Im Winter ist mal wieder Squash angesagt. Dann sehen wir mal, wie es aussieht.

In welcher Kategorie "Alleskönner" Nico seinen älteren Bruder Keven doch noch zum unumstrittenen Sieger erklärt, lesen Sie ihm ausführlichen Doppel-Interview im aktuellen kicker (Montagsausgabe). Darin sprechen die Brüder auch über ihre unterschiedlichen Wege in die Bundesliga, Grätsch-Duelle im Garten, direkte Zweikämpfe im Freiburg-Training, die Klub-Vorlieben bei den Eltern, ihr gemeinsames Ziel 2020 und sie verraten, wer früher wem am meisten auf den Keks gegangen ist.

Carsten Schröter-Lorenz/Jan Reinold

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