Lewandowskis Rekord - Entwarnung bei Perisic und Hernandez

Salihamidzic: "Wir wollen, werden und müssen uns steigern"

Hasan Salihamidzic

Sieht deutlich Luft nach oben für sein Team: Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic. imago images

Rekord hin, Rekord her: Wer Robert Lewandowski kennt, der weiß, dass Bayerns Torjäger die Heimreise aus Paderborn nicht restlos zufrieden angetreten hat. Zwar erzielte der 31-Jährige mit einem feinen Lupfer das 3:1 und kommt damit als erster Spieler der Bundesligageschichte nach sechs Spieltagen bereits auf zehn Saisontore, die vergebene Großchance in der 7. Minute dürfte ihn aber gewaltig ärgern. Nach einem Querpass von Serge Gnabry musste der durchgesprintete Lewandowski den Ball nur noch ins leere Tor schieben, zielte aber links vorbei.

"Keiner schießt den Ball absichtlich neben das Tor, so etwas kann passieren. Jeder hat doch schon solche youtube-Videos gesehen", äußerte Torwart Manuel Neuer Verständnis für den seltenen Fehlschuss. Der Trost: Der Pole ist nach Pierre-Emerick Aubameyang (2015/16 für den BVB) erst der zweite Spieler, der an jedem der ersten sechs Spieltage getroffen hat. Aubameyang baute die Serie damals sogar auf acht Spieltage aus, Lewandowski kann gegen Hoffenheim und in Augsburg nachziehen.

Dennoch stand er am Samstag bei seiner persönlich bislang schwächsten Saisonleistung sinnbildlich für den wenig souveränen Rekordmeister. Hinten zeigte er sich selbst gegen den biederen Aufsteiger anfällig. Neben den zwei Gegentoren hätte Thiago mit seinem Rückpass aus knapp 50 Metern fast noch das Eigentor des Jahrzehnts erzielt. Und vorne ließen Lewandowski & Co. zu viele Möglichkeiten aus. "Das war nicht die Art und Weise wie wir spielen wollen. Fußballerisch können wir das besser, ganz klar. Wir wollen, werden und wir müssen uns steigern, wenn wir in London bestehen wollen", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit Blick auf die Champions-League-Partie beim Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur am Dienstagabend.

Offen war zunächst noch, ob die Bayern am Montagmorgen Personalsorgen mit an Bord nehmen werden. Lucas Hernandez spürte etwas in seinem im März operierten Knie und blieb zur Halbzeit in der Kabine. Ivan Perisic fehlte wegen einer Erkältung. Bei beiden gaben die Münchner aber am Sonntag Entwarnung.

David Alaba stand nach seinem Muskelfaserriss zwar im Kader, für 45 Minuten reichte das aber offenbar noch nicht, sonst hätte Trainer Niko Kovac ihn und nicht den Kanadier Alphonso Davies für Hernandez links in der Viererkette gebracht. Trotzdem ist es gut möglich, dass der Österreicher bei Tottenham sein Comeback feiert.

Frank Linkesch

Bilder zur Partie SC Paderborn 07 - Bayern München