Kiels Interimscoach analysiert Niederlage zum Einstand

Werner: "Davon war ich ausgegangen"

Ole Werner

Noch viel zu tun: Ole Werner musste zum Einstand eine Niederlage einstecken. imago images

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass das ein oder andere nicht funktioniert, wenn man erst drei Tage zusammenarbeitet", sagte Werner nach Abpfiff am "Sky"-Mikrofon. "Davon war ich schon ausgegangen." Überrascht sei er nicht gewesen, "dass ein paar Abläufe nicht sitzen oder die Vorwochen Verunsicherung hinterlassen haben." Diese Verunsicherung nach nur einem Punkt aus den letzten drei Partien unter Schubert war am Freitagabend über 60 Minuten hinweg greifbar. Gegen alles andere als angsteinflößende Hannoveraner hatte sich Kiel lange Zeit passiv, beinahe ängstlich präsentiert. Die erste eigene Torchance datierte aus der 57. Minute. Da lag Kiel schon mit 0:2 zurück.

Neuer Trainer, altes Problem: Auch im siebten Saisonspiel gerieten die Norddeutschen in Rückstand, insgesamt stand überhaupt nur in einem der vergangenen 21 Zweitliga-Spiele die Null. Werner hatte deshalb den Defensivverbund radikal umgebaut: Drei Posten in der Viererkette plus die Torwartposition hatte er im Vergleich zu Schuberts letztem Spiel, dem 0:3 in Heidenheim, neu besetzt.

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Viel zugelassen hatte die neu formierte Abwehr letztendlich auch gar nicht, bei den beiden Toren aber auch gehörig mitgeholfen: Das 0:1 durch den Ex-Kieler Marvin Ducksch wurde durch ein Abstimmungsproblem von Neu-Keeper Ioannis Gelios und Kapitän Marvin Ducksch eröffnet, beim 0:2 hielt Dominik Schmidt nur Sicherheitsabstand zum Torschützen Cedric Teuchert. "Wir haben 55 Minuten gebraucht, um im Spiel anzukommen", konstatierte Werner, der zuvor Holsteins U 23 trainiert hatte.

Sitzt Werner auch gegen Fürth auf der Bank?

Immerhin: Durch den Anschlusstreffer von Jae-Sung Lee sowie dem frischen Wind durch die Einwechselspieler David Atanga und Janni Serra kam noch einmal ordentlich Leben in das Spiel der Kieler. "Wir haben uns super gesteigert und das gesehen, was wir uns von Beginn an gewünscht hatten", analysierte Werner. Kiel agierte nun plötzlich dominant, das Spielgeschehen der ersten Stunde drehte sich komplett - auch, wenn die ganz großen Chancen zum Ausgleich fehlten. "Mich macht es zuversichtlich, dass ein paar Abläufe schon zu erkennen waren, dass die Mannschaft auch ihre Stärken mit Ball zeigen konnte", so Werner. "Jetzt geht es darum, an die guten Dinge anzuknüpfen und sie mit in das Spiel gegen Fürth mitzunehmen."

Dann noch mit Werner auf der Bank? Sportdirektor Fabian Wohlgemuth hatte vor dem Spiel in Aussicht gestellt, dass aus der Interims- auch eine Dauerlösung werden könne, allerdings eingeschränkt: "Fußball bleibt ein Ergebnissport." Werner jedenfalls sagte trotz der Niederlage: "Ich gehe aktuell davon aus, das ich die Mannschaft auf das Spiel gegen Fürth vorbereiten kann."

mib

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