Nürnbergs Sportvorstand sieht Fortschritte

Palikuca: "Die Jungs haben sich da rausgezogen"

Robert Palikuca 1. FC Nürnberg kicker

Erhofft sich demnächst mehr Stabilität seiner Mannschaft: FCN-Sportvorstand Robert Palikuca. imago images

Für Robert Palikuca ist trotz des Mittelfeldplatzes mit acht Zählern das Glas halbvoll. "Relativ schnell verdaut" habe er das wilde 3:3 bei Darmstadt 98 sagt Nürnbergs Sportvorstand und liefert die Begründung: "Ich sehe eine Weiterentwicklung. In den ersten Saisonspielen hat ein Rückschlag für Chaos und Verwirrung gesorgt, die Jungs fielen wie Dominosteine um. In Darmstadt haben sie weiter auf Sieg gespielt." So weit, so gut, auch wenn das nur für das deutlich verbesserte, weil strukturierter und temporeichere Offensivspiel gilt, die zu schlechte Chancenverwertung außen vorgelassen.

Beim Verhindern von Toren stellt sich jedoch die grundsätzliche Frage: Liegt es nur an den individuellen Aussetzern einzelner Spieler oder ist es ein Mannschaftsproblem? Fakt ist: Torwart Christian Mathenia leistete sich am Sonntag bereits seinen vierten Patzer, der zu einem Gegentor führte. Frühere Stützen wie Georg Margreitter, Lukas Mühl und der nun verletzte Enrico Valentini ringen um ihre Form. "Ich erhoffe mir jetzt schnell eine gewisse Stabilität, die fehlt über 90 Minuten noch", sagt Palikuca. "Es gibt Phasen, in denen wir unsortiert sind." Auch ihm ist die enorm hohe Fehlerquote aufgefallen, "die werden eiskalt bestraft". Die Qualitätsfrage bei seinem Personal möchte der Sportvorstand jedoch nicht stellen. "Dann hätten wir uns nicht zu diesen Spielern bekannt."

Palikucas Erklärungsansatz: Die Findungsphase nach dem großen Umbruch gepaart mit den Negativerlebnissen der Abstiegssaison ergeben derzeit einen Mix, der zu leicht zu Gegentoren führt. "Letztlich haben wir gegen den HSV (0:4) und in Sandhausen (2:3) eineinhalb unterirdische Spiele gehabt, 135 Minuten am Stück, die nicht gut waren. Aber die Jungs haben sich da rausgezogen." Untermauert werden muss dies nun dringend mit einem Sieg, die nächste Gelegenheit bietet sich am Samstag im Heimspiel gegen den Karlsruher SC.

Frank Linkesch