HSV verliert das Stadtderby im Millerntor-Stadion

Heuer Fernandes: "Mit Mentalität hat das nichts zu tun"

Daniel Heuer Fernandes

Musste beim Derby im Millerntor-Stadion zweimal hinter sich greifen: Daniel Heuer Fernandes. imago images

Wach. Entschlossen. Leidenschaftlich. Es gab mehrere Attribute, die man dem FC St. Pauli am Montagabend für den Auftritt im Stadtderby anheften konnte - und ebenso viele, die man dem HSV absprechen musste. Besonders in der ersten Hälfte.

"Wir haben das Spiel in den ersten 30 Minuten verloren", fand Schlussmann Daniel Heuer Fernandes nach der Partie am Sky-Mikrofon. Doch wie war es zu erklären, dass der HSV zu Beginn überhaupt nicht auf der Höhe war und sich ausgerechnet im Derby derart den Schneid abkaufen ließ?

Spielbericht

Heuer Fernandes tat sich schwer mit einer Erklärung. "Es gibt einfach solche Spiele", meinte der 26-Jährige und wehrte sich entschieden dagegen, die Einstellung der Mannschaft in Frage zu stellen. "Mit Mentalität hat das nichts zu tun", meinte er, zumal der HSV ja auch gute Phasen in seinem Spiel hatte, etwa in der Endphase des ersten Abschnitts und nach Wiederbeginn, nachdem Trainer Dieter Hecking die Defizite seiner Elf in der Kabine "lautstark, aber auch sehr sachlich" (Heuer Fernandes) angesprochen hatte.

Weil der HSV bei all seinen Bemühungen aber "die Durchschlagskraft und die Effizienz" vermissen ließ, wie Hecking meinte, war es letztlich "ein verdienter Sieg für St. Pauli". Zwar einer, der den HSV schmerzt, aber auch einer, den es anzuerkennen gilt.

"Dass wir nicht vor Rückschlägen gefeit sind, war uns klar", erklärte Hecking nach der ersten Pleite im siebten Pflichtspiel unter seiner Regie und wollte auch nicht den beim Stand von 0:1 nicht gegebenen Treffer von Lukas Hinterseer als Grund für die Niederlage anführen. Hecking meinte: "Es ist müßig, über das aberkannte Tor zu philosophieren. Klar ist aber auch, dass der Videobeweis nichts bringt, wenn an der wichtigsten Linie des Spiels - der Torauslinie - keine Kameras stehen."

lei