Mainz: Szalai und Müller drohen auszufallen

Schwarz: "Druck ist ein Privileg"

Sandro Schwarz

Noch ohne Pflichtspielsieg in der neuen Saison: Mainz-05-Coach Sandro Schwarz. imago images

Von Statistiken will Sandro Schwarz zur Zeit nichts hören. Auch wenn der Fehlstart bei einer Niederlage gar zum historisch schlechtesten Auftakt der Bundesliga-Geschichte geraten könnte - es spielt in Mainz keine Rolle. Der 40-Jährige schob den drohenden Negativ-Rekord zur Seite. "Daran haben wir nicht einen Gedanken verschwendet. Wir sollten uns nicht mit der Vergangenheit beschäftigen sondern nur mit der Gegenwart. Und diese nicht nur schlecht reden, sondern klar bleiben und an unsere Stärken glauben", forderte Schwarz am Donnerstag.

In der Länderspielpause stand eine intensive Trainingsbelastung auf der Tagesordnung. "Wir haben dadurch eine höhere Leidensfähigkeit entwickelt und wollen mit Stresssituationen besser umgehen. Das hat im Training sehr gut funktioniert. Jetzt können wir viel darüber sprechen, wir müssen es am Samstag aber auf den Platz bekommen", erklärte der 05-Coach.

Szalai hat "noch keine Trainingseinheit absolviert"

Während Innenverteidiger Jeremiah St. Juste erstmals eine komplette Trainingswoche ohne Blessur absolvierte und dabei auch einen "wichtigen Fortschritt im Kennenlernbereich" machte, zeichnen sich mit Blick aufs Wochenende zwei neue Sorgenkinder ab. Rückkehrer Adam Szalai droht sein erstes Heimspiel in dieser Spielzeit wegen einer Oberschenkelblessur aus der EM-Qualifikation mit Ungarn zu verpassen. "Wir müssen schauen, wie es sich entwickelt. Aber er hat bisher noch keine Trainingseinheit absolviert", so Schwarz. Zudem steht der Einsatz von Torhüter Florian Müller wegen einer Handgelenkverletzung auf der Kippe. Ersatzkeeper Robin Zentner, in der letzten Saison noch in zehn Ligaspielen gefordert, stünde bereit.

Dass seine Elf nach vier Pflichtspielpleiten in Serie unter Zugzwang steht - verstärkt noch dadurch, dass mit Berlin ein direkter Konkurrent aus dem Tabellenkeller anreist - ist auch für Schwarz nicht von der Hand zu weisen. Doch einen Druck im negativen Sinne sieht der Trainer nicht: "Druck ist ein Privileg. Das muss so sein. Wenn du diesen nicht spürst, beschäftigen sich wenige damit und du bist im Freizeitsport tätig. Wir sind aber Profis." Mit folgendem Erfolgsrezept will Schwarz sich und seine Elf aus der Krise schießen: "Wir glauben an unsere Stärken und die Qualität, wollen das Spiel mit Zuversicht und Mut durchziehen. Und lassen uns vor allem nicht in ein Tief reinquatschen."

Unter Klopp startete Mainz mal mit fünf Niederlagen

Und eine Statistik dürften sich die Nullfünfer dann doch wieder gerne zu Gemüte führen. In der Saison 2005/2006 setzte es unter Jürgen Klopp gleich fünf Niederlagen in Serie zum Auftakt. Der Klassenerhalt wurde dennoch erreicht. Ein Beispiel, welches auch in schlechten Zeiten Hoffnung macht.

Moritz Kreilinger