Bayerns Neuzugang ist für Kroatien weiter wichtig

Perisic besticht mit Effizienz

Ivan Perisic

Starker Einstand: Ivan Perisic. picture alliance

Ein Rücktritt nach dem Höhepunkt stand nicht zur Debatte. Anders als etwa Mario Mandzukic spielt Ivan Perisic auch nach dem zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft 2018 weiter für sein Heimatland Kroatien. Am heutigen Freitagabend gastiert er in der EM-Qualifikation in der Slowakei, am Montag in Aserbaidschan. Erst danach geht es zurück nach München, der neuen sportlichen Heimat des 30-Jährigen. Nach dem Kreuzbandriss von Wunschkandidat Leroy Sané präsentierten die Bayern im Sommer flugs Perisic, liehen den Vize-Weltmeister für fünf Millionen Euro von Inter Mailand für ein Jahr aus, die Kaufoption danach liegt bei 20 Millionen Euro. "Man kann nicht über eine B-,C- oder X-Lösung sprechen", sagte Trainer Niko Kovac kurz nach dem Transfer etwas pikiert.

Nachdem Perisic zum Saisonauftakt gegen Hertha BSC gesperrt fehlte und auf Schalke sein Debüt als Joker feierte, brachte ihn Kovac beim 6:1 gegen Mainz erstmals von Beginn an auf dem linken Flügel. In 66 Einsatzminuten bestach der Neuzugang vor allem mit seiner Effizienz: Von zwei Torschüssen landete einer im Netz, seine einzige Torschussvorlage führte zum Ausgleich durch Benjamin Pavard. Zwei Scorerpunkte, das kann sich sehen lassen. "Das Wichtigste war der Sieg, aber es ist natürlich schön mit einem Tor und einem Assist zurückzukommen", sagte Perisic zufrieden. Seine Passquote lag bei 74,2 Prozent, er lief 8,04 Kilometer und verzeichnete 50 Ballontakte. Stark ausbaufähig ist lediglich die Zweikampfquote, nur zwei von zehn direkten Duellen gewann Perisic, also 20 Prozent. Von Mitspieler David Alaba heimste er dennoch ein dickes Lob ein: "Der Ivan hat das wirklich super gemacht, wir wissen schon jetzt, was wir an ihm haben." Besonders erwähnenswert fand Alaba Perisics Defensivverhalten.

Man benötigt nicht die Gabe eines Propheten, um den Landsmann von Trainer Kovac oft auf dem Platz zu sehen, schließlich benötigen Kingsley Coman und Serge Gnabry auf den Flügeln ihre Pausen. Durchaus spannend also, wen Kovac im Spitzenspiel bei RB Leipzig aufstellen wird. "Ich habe ein paar Minuten gesehen, sie spielen einen guten Fußball, guten Umschaltfußball, da müssen wir aufpassen" ist Perisic gewarnt. "Kann man so sagen" antwortet er auf die Frage nach der schwersten Prüfung bisher. Aber wer schon ein WM-Finale gespielt hat, den wird das nicht schrecken.

Frank Linkesch

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