Leverkusens langzeitverletzter Stürmer unternimmt den nächsten Anlauf

Pohjanpalo: "Ich hoffe, dass es jetzt vorbei ist"

Joel Pohjanpalo

Mit der Rückkehr auf den Platz wird es noch ein bisschen dauern: Joel Pohjanpalo. imago images

Es begann mit einer Sprunggelenkverletzung im März 2018, die er bei der finnischen Nationalmannschaft erlitt. Sein erster Comeback-Versuch endete schon nach wenigen Tagen der Saisonvorbereitung 2018/2019, als die Ärzte feststellten, dass das Sprungbein, ein Fußknochen, nur noch fünf Millimeter stark war. Pohjanpalo wurde ein wochenlanges absolutes Belastungsverbot auferlegt. Ein Bruch des Knochens hätte das Karriereende bedeutet.

In der Rückrunde der vergangenen Saison unternahm der Mittelstürmer den zweiten Versuch, stieg wieder ins Mannschaftstraining ein, absolvierte in einem Testspiel gegen Ajax Amsterdam gar einige wenige Minuten, um kurz darauf wieder mit Fußproblemen aussetzen zu müssen.

Zur Vorbereitung in diesem Sommer kehrte Pohjanpalo schließlich sogar vorzeitig auf das Trainingsgelände in Leverkusen zurück, arbeitete vom ersten Tag an mit der Mannschaft, ehe die Beschwerden im Trainingslager in Österreich erneut zurückkehrten.

Dritter Comeback-Versuch

Jetzt steht er vor seinem dritten Comeback-Versuch. Seit Dienstag vergangener Woche trägt Pohjanpalo wieder Fußballschuhe. Und der 24-Jährige ist optimistisch, dass seine Leidenszeit bald vorüber ist. "Jetzt geht alles gut. In den Einheiten mache ich schon die Hälfte mit, keine Spielformen, keinen Körperkontakt. Wir steigern das von Tag zu Tag", beschreibt er sein Programm. Von Freitag bis Sonntag, wenn die Mannschaft frei hat, wird er individuell trainieren, um zum Beginn der kommenden Woche einen nächsten Meilenstein zu erreichen. "Am Montag ist die nächste Kontrolle für den Fuß. Wenn alles gut geht, kehre ich nächste Woche ins Mannschaftstraining zurück", sagt er, fügt aber an: "Wir müssen vorsichtig sein."

Eine bessere Grundfitness hatte ich noch nie. Das ist auch kein Wunder, wenn du 3000 Kilometer auf dem Fahrrad gefahren bist.

Joel Pohjanpalo

Vorsicht ist geboten, um nicht erneut einen Rückschlag zu erleiden. Ein die Karriere bedrohendes Risiko besteht für den Knochen, anders als vor Jahresfrist, nicht mehr. Der Reha-Verlauf folge vielmehr dem Rhythmus, zwei Schritte vor, einer zurück, bis es eben keinen Rückschlag mehr gibt. "Das Problem ist, dass der Fuß so lange ohne Belastung war. Das Sprunggelenk ist noch nicht so stark. Es wird mit jedem Mal stärker, aber wir wissen nicht, wie gut es ist. Erst hat es für eine Woche Training gereicht, jetzt für einen Monat Vorbereitungstraining. Es ist schwer vorherzusagen, doch es geht immer weiter, immer besser. Das ist der Weg. Ich hoffe, dass es jetzt vorbei ist. Aber keiner kann das genau wissen."

Das eine ist die Physis, das andere die Psyche. Wie kommt man mit den immer wiederkehrenden Rückschlägen zurecht? "Das ist ganz schwer, aber man muss immer positiv bleiben. Ich habe das Vertrauen des Klubs, der Mitspieler, der Trainer. Das hilft", so Pohjanpalo, "du musst den Kopf hochhalten und so viel arbeiten wie möglich, um zurückzukommen, um zu spielen."

Grundfitness so gut wie nie

Joel Pohjanpalo

Stark auf dem Fahrrad unterwegs: Joel Pohjanpalo. imago images

Der Weg dorthin ist weit, die konditionelle Basis aber gelegt. "Eine bessere Grundfitness hatte ich noch nie. Das ist auch kein Wunder, wenn du 3000 Kilometer auf dem Fahrrad gefahren bist", sagt Pohjanpalo mit einem Lächeln, aber die Fußballfitness ist eine ganz andere. Die kommt erst im Spiel und in den Spielformen im Training."

Wie lange er im Idealfall noch braucht, um wieder konkurrenzfähig zu sein, möchte er nicht prognostizieren. Der Strafraumspieler erklärt: "Das kann ich erst sagen, wenn ich zwei oder drei Wochen ohne Schmerzen trainiert habe. Aber es dauert länger als nur ein, zwei Wochen."

Bescheidene Ziele

Sein wirkliches Comeback wird noch auf sich warten lassen. Pohjanpalos Ziele klingen bescheiden. "Es wäre cool, wenn ich dieses Jahr nochmal spielen würde. Das nächste Ziel ist aber erst, nur fit zu sein und auf dem Trainingsplatz zu arbeiten." Vielleicht aber nächster Woche.

Stephan von Nocks

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