Europa League: Hütters komplizierte Kader-Nominierung

Kein Platz für Wiedwald, de Guzman und Falette?

Frankfurts Ersatzkeeper Felix Wiedwald

Bittere Pille: Frankfurts Ersatzkeeper Felix Wiedwald.

Ursprünglich war die Meldefrist auf diesen Montagabend festgelegt worden. Am vergangenen Freitag gab die UEFA aber bekannt, dass ein "Dringlichkeitsausschuss" die Spielermeldefrist um 24 Stunden verlängert hat. Sollten im Laufe des Tages nicht noch einige Profis aus der zweiten Reihe die Eintracht verlassen, drohen bei der Kadernominierung einige Härtefälle.

Auf der sogenannten "Liste A" darf jeder Klub maximal 25 Profis nominieren, 17 müssen es mindestens sein. Höchstens 17 Spieler dürfen im Ausland ausgebildet worden sein. Will ein Klub alle 25 Plätze auf der "Liste A" ausschöpfen, müssen acht Spieler im jeweiligen Verband ausgebildet worden sein, davon wiederum mindestens vier im eigenen Verein. Als vom Verein oder Verband ausgebildet gilt ein Spieler, wenn er zwischen seinem 15. und 21. Lebensjahr insgesamt drei Spielzeiten für den jeweiligen Verein oder Verband registriert war. Bei der Eintracht ist beispielsweise der aus der eigenen Jugend stammende Timothy Chandler ein "vom Verein ausgebildeter Spieler", der in Leverkusen ausgebildete Neuzugang Dominik Kohr ein "vom Verband ausgebildeter Spieler".

Neben Chandler zählen lediglich der verletzte Marco Russ (Achillessehnenriss), Marc Stendera und Torhüter Jan Zimmermann zu den für die "Liste A" infrage kommenden "vom Verein ausgebildeten Spielern". Die anderen "vom Verein ausgebildeten Spieler" Nils Stendera (18), Sahverdi Cetin (18) und Patrick Finger (18) dürfen wegen ihres Altes auf der sogenannten "Liste B" eingetragen werden, die bis zum Vortag des jeweiligen Spiels aktualisiert werden kann. Sportlich werden diese drei aber ohnehin keine Rolle spielen. Die Konsequenz aus dieser Local-Player-Regelung ist, dass die Eintracht Zimmermann, Stendera, Chandler und Russ nominieren muss, sollen die 25 Kaderplätze in der "Liste A" voll ausgeschöpft werden. Das ist freilich keine Pflicht.

Naheliegend wäre es, den "vom Verband ausgebildeten" Torwart Wiedwald nicht zu nominieren. Mit Kevin Trapp, Frederik Rönnow und dem "vom Verein ausgebildeten" Zimmermann werden schließlich schon drei Keeper im Aufgebot stehen. Für Wiedwald wäre das eine bittere Pille, stand er doch in den Qualifikationsspielen gegen Tallinn sowie im Hinspiel in Vaduz noch zwischen den Pfosten. Sicher ist, dass die "vom Verband ausgebildeten" Danny da Costa, Erik Durm, Sebastian Rode, Trapp und Kohr nominiert werden.

Bleiben abzüglich der vier "vom Verein ausgebildeten Spieler" 16 weitere Kaderplätze für die 19 im Ausland ausgebildeten Profis der Eintracht. Marijan Cavar befindet sich auf dem Abstellgleis und hat keine Chance auf eine Nominierung. Zu zwei Härtefällen wird es aber zwangsläufig kommen, sofern kein Profi mehr die Eintracht verlässt. Innenverteidiger Simon Falette ist ein Streichkandidat, treffen könnte es wegen der dichten Besetzung im Mittelfeld auch Achter Jonathan de Guzman und/oder Sechser Lucas Torro. Wie der Kader final aussieht, wird sich laut eines Klubsprechers nicht mehr am Montag, sondern erst im Laufe des Dienstags entscheiden.

So könnte der 25er-Kader für die Gruppenphase aussehen:

Tor: Trapp, Rönnow, Zimmermann
Abwehr: da Costa, Durm, Chandler, Abraham, Hasebe, Hinteregger, Ndicka, Toure, Russ
Mittelfeld: Kohr, Rode, Fernandes, Gacinovic, Kamada, Kostic, Sow, Torro, Stendera
Sturm: Dost, Paciencia, Joveljic, André Silva (Verpflichtung steht bevor)

Julian Franzke