Frankfurts Verteidiger sorgt für kuriose Schrecksekunde

Hintereggers Dank an die Fans: "Das pusht so extrem"

Martin Hinteregger

Treffer des Tages: Martin Hinteregger. imago images

Eine Viertelstunde vor dem Ende wälzte sich der Österreicher nach einer Grätsche über den Boden und zeigte an, dass er ausgewechselt werden will. Das sah überhaupt nicht gut aus. Kurios: Der 26-Jährige litt lediglich unter einem Krampf - ohne es zu wissen. "Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich einen Krampf in der Wade. Das war ein richtiger Stich, ich dachte, es sei etwas kaputt. Kurz war der Schrecken riesig", berichtete Hinteregger, "aber der Doktor hat zum Glück eine Nadel gesetzt, dann hat der Muskel wieder aufgemacht." Torhüter Kevin Trapp flachste in Anlehnung an den Spitznamen seines Mitspielers: "Die Hinti Army ist nicht kaputtzukriegen."

Unterm Strich erlebte der links in der Dreierkette spielende Innenverteidiger einen Tag, wie er kaum besser hätte laufen können. Im Mittelpunkt stand natürlich sein Siegtreffer, den er nach nur 36 Sekunden infolge einer Ecke erzielt hatte. Dabei sollte seine starke Zweikampfführung nicht in Vergessenheit geraten: Der Datenanbieter Opta ermittelte eine Zweikampfquote von 81,8 Prozent gewonnener Duelle - ein selbst für einen zentralen Abwehrspieler herausragender Wert. "Mannheim und Vaduz sind andere Gegner. Ich bin ein Mann, der in den wichtigen Spielen noch mal ein, zwei Stufen nach oben fahren kann. Gegen Hoffenheim war ich sehr gut im Spiel. Ich weiß, dass zuvor noch nicht alles top war", erklärte Hinteregger seine Leistungssteigerung. Sein Tor kommentierte er in launigen Worten: "Ich bin nicht der Gelenkigste, deshalb hat es sicher nicht schön akrobatisch ausgeschaut, aber der Ball war im Tor…"

Explizit bedanken will sich Hinteregger bei den Fans, die ihn schon während seiner halbjährigen Leihe aus Augsburg ins Herz geschlossen hatten und ihren Liebling auch gegen Hoffenheim frenetisch feierten und anfeuerten. Der riesige Hype um den Abwehrspieler ist kaum mehr rational zu begreifen - die Fanseele tickt eben emotional -, Hinteregger scheint dadurch aber keinen besonderen Druck zu verspüren, der Zuspruch tut ihm überaus gut.

In emotionalen Worten schilderte er: "Die Fans wissen gar nicht, was das für einen riesigen Ausschlag gibt, was das für einen Spieler wie mich bedeutet, der dadurch immer die zweite und die dritte Luft kriegt. Das pusht einen so extrem, das ist so wichtig, danke an alle Fans!"

Julian Franzke