Geschäftsführer übt Kritik, wehrt sich aber gegen das Schlechtreden

Völler: "Gut, dass wir nicht 6:2 gewonnen haben"

Rudi Völler

Sah die offensive Inkonsequenz gespalten: Rudi Völler. imago images

Der Sieg zum Auftakt konnte die Erkenntnisse der enttäuschenden Vorbereitung nicht überdecken. Schließlich zeigte Bayer 04 auch beim Erfolg gegen den Aufsteiger deutliche Schwächen. Also resümierte Rudi Völler nach den hoch intensiven und aufregenden 90 Minuten: "Drei Punkte sind gut, aber wir wissen, dass noch ein paar Dinge zu verbessern sind. Da gibt es keine Diskussion."

Ballverluste, Fehlpässe, Anfälligkeit bei Kontern - Eindrücke, die man aus der Vorbereitung kannte. Beim Ligastart kamen sie erneut zum Vorschein. "Wir haben natürlich ein paar Fehler zu viel gemacht. Ein paar unforced Errors", kritisierte Völler, "es war nicht top. Die Nummer wird analysiert, die war nicht hundertprozentig gut. In der ersten Hälfte haben wir Fehler gemacht, die darfst du in der Bundesliga nicht machen."

Am Schluss musst du Paderborn abschießen.

Und auch in der Offensive lief bei der Werkself, bei der sich der Verdacht auf Nasenbeinbruch bei Kapitän Lars Bender nicht bestätigte, noch längst nicht alles rund. So auch in der Schlussphase, als Bayer einige Kontermöglichkeiten verschenkte. "Am Schluss musst du Paderborn abschießen", monierte der Geschäftsführer angesichts der offensiven Inkonsequenz, freute sich aber gleichzeitig auch darüber: "Wir hatten noch Riesenchancen. Normalerweise machen wir die rein, dann gewinnst du 5:2 oder 6:2. Aber ich finde es gut, dass wir nicht so hoch gewonnen haben. Das hätte das Spiel nicht widergespiegelt." Und womöglich ein falsches Bild im Kopf des einen oder anderen Bayer-Profis erzeugt.

Diese Gefahr besteht nun nach dem knappen Erfolg nicht. Vielmehr könnte dieser noch einmal das Bewusstsein geschärft haben. Darauf setzt Völler. "Du kriegst auch gegen einen Aufsteiger nichts geschenkt", sagte der 59-Jährige mit Bezug auf den SC Paderborn und fügte mit Blick auf den nächsten Gegner an: "Und das wir nächste Woche gegen Düsseldorf genauso. Du musst immer am oberen Level spielen. Wenn du ein paar Fehler zu viel machst, wie wir in der ersten Hälfte, wird es eng. Aber eins ist auch klar: Wir haben halt auch die individuelle Qualität, so ein Spiel doch noch zu gewinnen."

Mit dieser sorgten Kai Havertz und Co. für den Sieg, den Völler bei aller angebrachten Kritik in keinem zu schlechten Licht stehen sehen möchte. "Du darfst so ein Spiel auch nicht zu schlecht reden. Natürlich haben beide Mannschaften ein paar Fehler zu viel gemacht, aber es war einfach ein super Spiel." Doch von Seiten der Leverkusener noch lange nicht am eigenen Limit.

Stephan von Nocks

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - SC Paderborn 07