Der 336-malige Bundesligaspieler im kicker-Interview

Zé Roberto: "Coutinho muss wieder die Schlagzahl erhöhen"

Von 2002 bis 2006 beim FC Bayern unter Vertrag: Zé Roberto.

Von 2002 bis 2006 beim FC Bayern unter Vertrag: Zé Roberto. imago images

Zé Roberto ist mit 336 Spielen (und 38 Toren) die Nummer 5 unter den Ausländern mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga. Er absolvierte 169 Spiele/14 Tore für Bayern München, 113/17 für Bayer Leverkusen und 54/7 für den Hamburger SV. Nur ein Brasilianer hat mehr: der eingebürgerte Naldo (358 Spiele).

Zé Roberto, mittlerweile 45 und als Bindeglied zwischen Junioren und 1. Mannschaft in leitender Funktion beim brasilianischen Meister Palmeiras beschäftigt, spricht im kicker-Interview über seinen Landsmann Coutinho.

kicker: Zé Roberto, wie charakterisieren Sie Ihren Landsmann?

Zé Roberto: Für mich ist Coutinho ein Spieler der allerersten Güteklasse. Allerdings muss er das beweisen, in dem er wieder das Niveau erreicht, das er bei Liverpool gezeigt hat. Aber ich glaube, Bayern ist von der Atmosphäre her ein Klub, der perfekt zu ihm passt und wo er das schaffen kann.

kicker: Was muss er dazu ändern?

Zé Roberto: Seine größte Stärke ist es, die gegnerischen Linien aufzumischen. Mit seinen Dribblings, aber auch mit seiner Spielintelligenz, die zur Folge hat, dass er die Mitspieler vor dem Tor ideal einzusetzen weiß, es versteht, sie freizuspielen. Aber er muss seine Schlagzahl im Spiel wieder erhöhen.

kicker: Daran haperte es bei Barça. Anders als vor Jahren in Liverpool hat er dort selten sein Potenzial ausgeschöpft, oft auch in der Selecao nicht. Woran liegt das?

Zé Roberto: Weil er oft nur als Einwechselspieler kam, und oft auch nicht auf seiner Position spielen konnte: von links oder aus der Tiefe kommend mit Schwung und Zug nach innen zum Tor. Und wenn er dabei war, konnte er die nötige Intensität nicht auf den Platz bringen, wie früher in Liverpool. Bei Bayern denke ich, dürfte er sich da besser zurechtfinden.

kicker: Spielerisch, meinen sie, könnte es klappen. Aber wie wird er mit dem weitaus kälteren Klima in Deutschland gerade im Winter zurechtkommen? Wird es ihn beeinflussen?

Zé Roberto: Das sollte es zumindest nicht. Als Profi muss man das von ihm erwarten dürfen, zumal es zuletzt in Barcelona für ihn nicht wie gewünscht lief und er nun die Chance hat, sich zu präsentieren. In England wird es zwar nicht so kalt wie in Deutschland, aber da hat er gezeigt, dass er auch in ganz anderem klimatischen Umfeld überzeugen kann.

Mehr zum Coutinho-Deal zwischen dem FC Barcelona und dem FC Bayern erfahren Sie in der Montagsausgabe des kicker.

Interview: Jörg Wolfrum

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