In neuer Rolle an Ansehen gewonnen

Weigls Werbetour geht weiter

Julian Weigl

Gegen Augsburg wieder auf der Sechs: Julian Weigl. imago images

Noch vor kurzem galt die Konstellation mit Axel Witsel und Julian Weigl im defensiven Mittelfeld der Borussia als wenig zukunftsträchtig, weil Dynamik und Torgefährlichkeit nicht unbedingt zu Weigls Markenzeichen gehören. Die sechswöchige Vorbereitung hat der 23-Jährige zu einer bemerkenswerten Werbetour in eigener Sache umgewandelt. Schon vor der Partie gegen Augsburg gefiel Sportdirektor Michael Zorc, dass Weigl seine Rolle jetzt anders interpretiere, "eher als Achter denn als Sechser". Er habe jetzt "den richtigen Biss und die nötige körperliche Schärfe".

Weigls Auftritt am Samstag bestätigte Zorc in seiner Einschätzung. 125 Ballkontakte - nach Witsel (136) die zweitmeisten - und eine Passquote von fast 93 Prozent belegen sehr eindrucksvoll, welchen Einfluss Weigl aufs Dortmunder Spiel nimmt. "Jule spielt jetzt offensiver", applaudiert der Sportdirektor, "es passt momentan sehr gut."

Von den Wechselplänen des fünfmaligen Nationalspielers, der in der Rückrunde der vergangenen Saison in der Innenverteidigung aushelfen musste, ist (im Moment) keine Rede mehr. Im vorigen Winter verhinderte ein Veto von Dortmunds Sportlicher Leitung einen Wechsel zu Paris St. Germain. Dass sich Weigls Transferpläne in diesem Sommer nicht realisieren ließen, gilt jetzt als Glücksfall für beide Seiten.

Beim 5:1-Traumstart der Borussia gehörte Weigl wieder zu den auffälligsten Dortmundern. Hinterher resümierte er: "Wir haben eine riesige Qualität, und wenn wir als Mannschaft gut verteidigen und den Ball schnell erobern, sind wir immer brandgefährlich."

Thomas Hennecke

Bilder zur Partie Borussia Dortmund - FC Augsburg