Klare Worte nach Niederlage in Sandhausen

"Richtig schlecht", "nicht existent", "kollektiv versagt": FCN schonungslos

1. FC Nürnberg

Rapport vor der Kurve: Der 1. FC Nürnberg nach der Niederlage gegen Sandhausen. imago images

"Wir sind sehr enttäuscht", äußerte sich FCN-Coach Damir Candi auf der vereinseigenen Website. Zwar galt seine erste Aussage dem späten Gegentor ("Es ist natürlich bitter"), er wollte dies aber nicht als Ausrede für einen ansonsten indiskutablen Auftritt gelten lassen. Vor allem in der ersten Hälfte hatte der Club "Einstellung und Disziplin vermissen lassen", so der Österreicher. In dieselbe Kerbe schlugen auch Torschütze Asger Sörensen ("Das war richtig schlecht"), Enrico Valentini ("Vor der Pause waren Zweikampfverhalten und Mentalität praktisch nicht existent") und Sebastian Kerk, der sich ebenfalls in die Torschützenliste eingetragen hatte ("Wir haben kollektiv versagt").

Statistik spricht eine eindeutige Sprache

Zwischenzeitlich lag der Club hochverdient mit 0:2 zurück, war den Kurpfälzern nicht nur rein optisch, sondern auch mit Blick auf die Statistik deutlich unterlegen. Nach dem 0:2 durch den an diesem Abend deutlich präsenteren Behrens, Sandhausens Angreifer Kevin, sprachen die Zahlen eine ganz deutliche Sprache: 1:7 Torschüsse, eine Passquote von 66 Prozent und lediglich 40 Prozent Ballbesitz spiegelten die Kräfteverhältnisse schonungslos wider.

In der zweiten Hälfte haben wir ein anderes Gesicht gezeigt.

Damir Canadi

Nach dem Seitenwechsel, Canadi hatte mit der Auswechslung der eigentlich etablierten Stammkräfte Hanno Behrens und Mikael Ishak ein deutliches Zeichen gesetzt, "haben wir ein anderes Gesicht gezeigt". Auch Kerk sah eine Verbesserung - sein Team hätte "den Kampf angenommen" und war mit zunehmender Spielzeit gar "einen Tick stärker". Die logische Folge laut Canadi: "Wir haben verdient den Ausgleich erzielt."

Später Nackenschlag und Valentinis Ansage an die Mannschaft

Bei Sandhausen machte sich peu à peu ein Kräfteverschleiß bemerkbar, doch das Team von Uwe Koschinat hatte mit dem späten 3:2 durch den eingewechselten Philip Türpitz noch einen Pfeil im Köcher - und der saß: "Am Ende sind wir unaufmerksam", schimpfte Valentini. "Das darf nicht passieren. So hätten wir wenigstens noch einen Punkt mitgenommen", so der gebürtige Nürnberger, der anschließend klare Worte an seine Mitspieler richtete: "Jeder muss sich jetzt an die eigene Nase fassen und eine Reaktion zeigen." Und das am besten schon in der kommenden Woche gegen Aufsteiger Osnabrück, der dem Club sicherlich mit einer ähnlichen Zweikampfintensität wie der SVS begegnen dürfte.

kög