Spanier feiert Comeback - Letschert droht längere Pause

Jairo und das besondere Glücksgefühl

Glücklich nach dem Comeback: Hamburgs Jairo am Montagabend in Nürnberg.

Glücklich nach dem Comeback: Hamburgs Jairo am Montagabend in Nürnberg. imago images

Dieser Moment in Nürnberg - er glich einem Urknall. Für den HSV, der durch das 4:0 ein echtes Ausrufezeichen gesetzt hat und für den 26-jährigen Spanier, dessen Rückkehr in den Profifußball vor einem Jahr am seidenen Faden hing. Dieter Hecking hatte ihn beim Stand von 4:0 ganz bewusst die Einsatzminuten geben wollen, nicht jedoch aus Nächstenliebe, sondern um ein Signal auszusenden. "Es war ein Zeichen an ihn, dass wir gesehen haben, dass er in den vergangenen Wochen an die Mannschaft herangerückt ist."

Der Trainer ist vollauf zufrieden mit Jairos Wiedereingliederungsprozess, nachdem im August 2018 im rechten Knie beide Kreuzbänder und das Innenband gerissen waren. "Er zeigt im Training, dass er vor dem Tor wieder eiskalt ist." Deshalb hat der Coach für ihn nun den nächsten Schritt im Visier: "Es geht jetzt darum, ihn in die Wettkampfhärte mit reinzunehmen, dass er Praxis bekommt und merkt, dass alles geht." Jairo hat die ersten Zweitliga-Minuten seit einem Jahr genauso aufgenommen: "Es war ein wichtiger erster Schritt, jetzt geht es hoffentlich weiter voran."

Jairo: "Der Trainer hat viele Optionen, jeder muss sich behaupten"

Blockaden im Kopf hat der frühere Mainzer nicht mehr. "Auf dem Platz denke ich nicht mehr an die Verletzung. Ich bin wieder da. Sonst hätte mich der Trainer auch nicht eingewechselt." Denn er weiß: "Die Konkurrenz ist groß." Insbesondere auf seiner Position: Sonny Kittel hatte am Montag auf der Außenbahn Khaled Narey aus der Startelf verdrängt und ebenso getroffen wie der "Verbannte" in der Jokerrolle; Bakery Jatta überzeugte beim Club auch ohne Torbeteiligung, und mit Xavier Amaechi saß der 2,5-Millionen-Einkauf vom FC Arsenal 90 Minuten auf der Bank. "Der Trainer hat viele Optionen, jeder muss sich behaupten", weiß Jairo - und kann den ersten Schritt doch genießen.

"Ärgerlich": Letschert hat sich schwerer verletzt

Der Pechvogel der Vorsaison also ist zurück, ein Neuling dieses Sommers aber vorerst raus: Timo Letschert. Der Innenverteidiger hatte sich in seiner ersten Trainingswoche in der Hansestadt am vergangenen Sonntag am Knie verletzt. "Da ist etwas am Außenband des Knies", verrät Hecking, "bei ihm droht eine längere Ausfallzeit."

Das ist inzwischen bestätigt: Der 26-Jährige fällt mit einem Teilabriss des Außenbandes im Knie auf unbestimmte Zeit aus. Das teilte der Verein am Dienstag nach eingehender Untersuchung des Innenverteidigers mit. Letschert war erst vor zwei Wochen verpflichtet worden und von Sassuolo Calcio gekommen. Eine Operation soll aber nicht nötig sein. "So etwas ist immer ärgerlich. Timo hatte sich viel vorgenommen und wollte in dieser Woche durchstarten. Jetzt wird er erstmal zurückgeworfen", so Trainer Hecking.

Sebastian Wolff

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