Eintracht-Trainer über Haller, die Folgen - und die Lage im Tor

"Sind vorbereitet": Hütter schließt auch Rebic-Abgang nicht aus

Ante Rebic

Nur er ist aus Frankfurts gefeiertem Sturm-Trio noch übrig: Ante Rebic. imago images

Am Donnerstag sagte er: "Es ist manchmal wichtig, dass man die Ruhe und Geduld hat, auf den richtigen Spieler zu warten. Wir werden nicht nervös." Zu Recht verweist Hütter darauf, dass in Ante Rebic, Goncalo Paciencia und Neuzugang Dejan Joveljic noch drei Angreifer im Kader stehen. "Wir müssen nicht von heute auf morgen jemanden präsentieren", schlussfolgert der Coach.

Der Gegner in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation, Flora Tallinn oder Radnicki Nis, sollte auch mit dem vorhandenen Personal keine allzu hohe Hürde darstellen. Hallers Abschied habe die Eintracht nicht unvorbereitet getroffen: "Das ist nicht so überraschend, wir sind nicht vor den Kopf gestoßen worden. Wir konnten damit rechnen, dass der eine oder andere geht. Solange das Transferfenster offen ist, muss man immer gewappnet sein."

Jovic und Haller erzielten 2018/19 47 der 91 Eintracht-Tore

Das ändert freilich nichts daran, dass die Abgänge Jovic (zu Real Madrid) und Haller (zu West Ham) sportlich extrem schmerzhaft sind - beide haben in der vergangenen Saison zusammen 47 der 91 Pflichtspieltore erzielt. Und es könnte noch dicker kommen, denn Ante Rebics Verbleib in Frankfurt ist keineswegs gewiss. "Ante ist ein Spieler, von dem sich jeder Trainer wünscht, dass er bleibt. Aber wir sind vorbereitet. Ante hat vielleicht Möglichkeiten, vielleicht will er sich verändern, vielleicht will er aber auch dableiben. Es ist das Leid des Trainers, dass das Transferfenster relativ lange geöffnet ist", erläutert Hütter.

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Du kannst Pech haben, dass in den letzten paar Tagen des Transferfensters noch etwas passiert.

Adi Hütter

Und er gibt zu bedenken: "Manchmal geht es schnell, wenn sich bei einem Spitzenverein ein Spieler wehtut und du bei denen oben auf der Liste stehst. Dann muss es schnell gehen. Du kannst Pech haben, dass in den letzten paar Tagen des Transferfensters noch etwas passiert..." In anderen Worten: Auch einen Last-Minute-Abgang Rebics schließt der Trainer nicht aus.

Porto zuversichtlich bei Trapp - Hütter: "Er will gerne zu uns"

Mindestens ein Angreifer soll noch verpflichtet werden, Hütter erhofft sich aber auch aus dem zentralen Mittelfeld heraus mehr Torgefährlichkeit. "Das kann man sicher besser machen. Ich bin mit den Außenspielern absolut zufrieden, was die Assists und Tore betrifft. Bei Dominik Kohr habe ich das Gefühl, dass er den Zug zum Tor hat, und Djibril Sow hat das letztes Jahr in Bern auch schon besser gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass wir uns da verbessern", erklärt der 49-Jährige.

Abgesehen vom Sturm sieht Hütter den Kader schon "überall relativ gut aufgestellt". Zu Veränderungen wird es dennoch kommen, Sebastian Rode, Martin Hinteregger und Kevin Trapp stehen weiterhin auf der Einkaufsliste. Um den Torhüter wirbt allerdings nicht nur die Eintracht, sondern auch der FC Porto. Beim portugiesischen Vizemeister ist die Zuversicht nach kicker-Recherchen groß, den PSG-Keeper als Nachfolger des infolge eines im Mai erlittenen Herzinfarkts zurückgetretenen Iker Casillas zu gewinnen. Doch auch bei der Eintracht rechnet man weiterhin mit Trapp. Hütter bekräftigt: "Es ist bekannt, dass er gerne zu uns möchte."

Hütter: "Rönnows Situation ist nicht so einfach und nicht gerade angenehm"

Leidtragender dieser Hängepartie ist Frederik Rönnow. Sollte Trapp zurückkehren, wird der Däne wohl wechseln, um endlich wieder zu spielen. "Die Situation ist für Frederik nicht so einfach und nicht gerade angenehm. Er wurde letztes Jahr als Nummer 1 geholt, doch aufgrund seiner Knieprobleme sind wir nicht das Risiko eingegangen, mit ihm in die Saison zu gehen. Dann hat sich die Möglichkeit bei Kevin aufgetan...", blickt Hütter zurück und konstatiert: "Kevin ist in Frankfurt ein absoluter Hero, ein Schlüsselspieler, der sehr beliebt ist. Wir versuchen, dass er zu uns kommt."

Offen ist, was passiert, sollte Trapp nicht zurückkehren. Auf die Nachfrage, ob Rönnow dann die Nummer 1 sei, antwortete der Trainer allgemein: "Jedem, der da ist, traue ich zu, dass er bei Eintracht Frankfurt spielt."

Julian Franzke