Eintracht Frankfurt hofft auf Rode

Hütters Problemzone: Taktgeber gesucht

Adi Hütter

Wer übernimmt die Rolle des Lenkers in Adi Hütters Team? imago images

Aus dem Eintracht-Trainingslager in Thun und Bern berichtet Benni Hofmann

Denn der Schweizer Nationalspieler hat durchaus das Potenzial, sich zu einem Taktgeber zu entwickeln. Doch nun muss er erstmal passen - acht bis zehn Wochen wird der 22-Jährige fehlen, dem man auch im Anschluss angesichts seiner Jugend noch Zeit geben sollte. Kohr, der die Liga bestens kennt, ist mehr Pressingspieler denn Gestalter. Jonathan de Guzman und insbesondere Gelson Fernandes, der nach seiner Muskelblessur zumindest wieder leicht trainiert, haben in diesen Bereichen ebenfalls ihre Defizite.

Damit fehlt Trainer Adi Hütter ein Mann, der auch mal auf den Ball tritt, ein hektisches Spiel beruhigt - und so einen könnte diese Truppe schon gut gebrauchen, um in passenden Phasen Kraft zu tanken für ihre große Stärke: Volldampffußball. Permanent 90 Minuten durchzuackern, das rächt sich irgendwann, wie exemplarisch im Saisonfinale zu sehen war, allerdings auch nach extremen 49 Pflichtspielen.

Stendera hat keine Zukunft in Frankfurt, Gacinovic wirkt wenig motiviert

Die Konkurrenz ist groß im Zentrum. "Für viele Spiele brauchst du auch viele Spieler. Keiner darf sich sicher sein", hebt Lucas Torro den positiven Aspekt heraus. Der Spanier agierte bei der 1:5-Niederlage gegen Bern am Mittwoch als Sechser hinter Marc Stendera und Mijat Gacinovic, eine undankbare Rolle, weil er häufig gegen zwei Berner in die Duelle musste, da seine Vorderleute ihre Aufgabe eher körperlos definierten. Ohnehin hat Stendera keine Zukunft in Frankfurt, Gacinovic wirkt derzeit wenig motiviert.

Infrage käme für die Rolle des Lenkers noch Makoto Hasebe, doch der Japaner, das offenbarte die zweite Hälfte, wird mit seiner Ruhe, seinem Auge und seinem glänzenden Stellungsspiel in der Dreierreihe dahinter gebraucht; wenngleich ein Wechselspiel, also ein Pendeln zwischen Sechs und Innenverteidigung, eine Option sein kann.

Kein Wunder, dass Torro trotz der heftigen Konkurrenzsituation in Bezug auf eine mögliche Verpflichtung von Sebastian Rode sagt: "Er bringt tolle Charakteristiken mit, er bringt uns auf dieses Niveau. Wenn er kommt: Umso besser für die Mannschaft!" Eine Einigung mit Borussia Dortmund ist zwar noch nicht erzielt, doch allzu weit liegen die Vorstellungen der beiden Klubs nicht auseinander, und der 28-Jährige selbst möchte gerne zurück zur Eintracht. Was Hütters Problemzone aber auch nur auf Sicht lösen würde: Denn angesichts seines Knorpelschadens steckt Rode mitten in der Reha.

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