Lizarazu über Stärken und Schwächen der neuen Bayern-Verteidiger

"Pavard muss nicht nur einen Schritt machen, sondern zwei"

Benjamin Pavard und Bixente Lizarazu (r.)

Gute Mentalität, aber...: Bixente Lizarazu (r.) sieht bei Benjamin Pavard Luft nach oben. imago images (2)

80 Millionen Euro für Lucas Hernandez, 35 Millionen für Benjamin Pavard: Werden sich diese Investitionen für den FC Bayern auszahlen? Bixente Lizarazu (49), von 1997 bis 2004 sowie 2005/06 Verteidiger beim FC Bayern und mit Frankreich Welt- (1998) und Europameister (2000), kennt die beiden 23-jährigen Weltmeister gut - und ist durchaus skeptisch.

Vor allem wundert sich der heutige TV-Experte, dass die Bayern Hernandez und Pavard nicht nur als Außen-, sondern auch als Innenverteidiger einplanen. "Beide können beide Positionen spielen, durchaus. Doch ich sehe sie - vielleicht muss ich da meine Denkweise bald ändern - zuallererst in der Außenverteidigung", sagt Lizarazu im kicker-Interview (Montagausgabe). "Auch wenn Niklas Süle viel Potenzial hat, würde ich nicht mit ihm plus Pavard und Hernandez in die Saison gehen."

"Ich weiß nicht, ob Hernandez innen internationale Topklasse darstellt"

Hernandez ist für Lizarazu ein "sehr guter" linker Außenverteidiger mit "enormem Kampfgeist", der bei Atletico große internationale Erfahrung gesammelt und "Stärken in der Defensive wie in der Offensive" habe. "Diese Kombination ist bei den heutigen Linksverteidigern eine Ausnahme, die meisten sind nur nach vorne gut." Aber: "Ich weiß nicht, ob er innen internationale Topklasse darstellt." Auch wenn er seine Größe (1,80 Meter) "mit seinem geschickten Zweikampfverhalten" kompensieren könne.

Pavards Entwicklung ging seit der WM 2018 zurück, er lieferte nur noch Durchschnitt ab.

Bixente Lizarazu

Und Pavard? Der international weitaus unerfahrenere Neuzugang von Absteiger VfB habe zwar wie Hernandez "eine gute Mentalität und Berufsauffassung". Nur: "Stuttgart ist nicht München, vom VfB zum FC Bayern ist es ein großer Schritt. Pavard muss sich natürlich steigern, um bei Bayern spielen zu können. Er muss viel dafür tun. Technisch ist er zwar stark und leichtfüßig, er spielt gute Pässe. Aber seine Entwicklung ging seit der WM 2018 zurück, seither wurde es weniger, auch in der französischen Nationalmannschaft. Er lieferte nur noch Durchschnitt ab."

Als Rechtsverteidiger müsse er sich "defensiv verbessern, aggressiver werden und das richtige Verhalten im Eins-gegen-eins lernen", urteilt Lizarazu. Kurzum: "Pavard muss nicht nur einen Schritt machen, sondern zwei Schritte."

Ist Benjamin Pavard gut genug für den FC Bayern? Den großen Report mit Stimmen vieler Weggefährten lesen Sie im aktuellen kicker vom Montag.

jpe/kw

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