RB hat Wolfsburg vor der Brust

"Luxuskrise!" Werner verteidigt Leipzigs Vielspieler

Timo Werner

Will mit Leipzig den internationalen Platz verteidigen: Timo Werner. imago

"Wir haben im Moment nicht die Kraft, nach Rückschlägen mental dagegenzuhalten", hatte Trainer Ralph Hasenhüttl nach der 0:3-Pleite bei Abstiegskandidat Mainz 05 erklärt. Es war das fünfte sieglose Pflichtspiel in Folge, mit den Gegentoren 16 bis 18. "Da ist einfach die Luft raus, das ist auch nicht ganz unverständlich", meinte Hasenhüttl, dessen Team schon 46 Pflichtspiele in den Knochen stecken hat.

Die vielen Partien, ein Knackpunkt. 49-mal lief Werner auf, 43-mal für RB, sechsmal für die DFB-Auswahl. "Man sieht es nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Spielern, dass wir gerade ein bisschen Tribut zollen müssen", lässt Werner im kicker wissen: "Nicht so sehr körperlich, aber mental. Wenn man alle drei Tage hochfahren und da sein muss, strengt das an."

"Wir wollen die Früchte ernten, aber es fällt immer schwerer, sich nach Rückschlägen immer wieder neu aufzubäumen.

Timo Werner

Torwart Peter Gulacsi ist mit 51 Einsätzen der Spitzenreiter der Leipziger, Yussuf Poulsen (45) und Lukas Klostermann (44) folgen. Auch Bruma und Dayot Upamecano (beide 41) standen unter Dauerbelastung. Die hohe Intensität mit Partien in drei Wettbewerben ist außer Emil Forsberg (bei Malmö), Kevin Kampl (bei Leverkusen) und Naby Keita (bei Salzburg) aber kein Akteur der Leipziger gewöhnt. Zudem musste beispielsweise Klostermann von null anfangen, nachdem er aufgrund eines Kreuzbandrisses die vergangene Saison ausgefallen war.

"Wir wollen die Früchte ernten, aber es fällt immer schwerer, sich nach Rückschlägen immer wieder neu aufzubäumen", so Werner, der für den letzten Pflichtspielsieg (1:0 im Europa-League-Viertelfinal-Hinspiel gegen Marseille) mit dem Tor des Tages verantwortlich zeichnete. Doch seitdem geht bei Werner und Co. nichts mehr, die Qualifikation für die europäische Bühne ist für die auf Platz sechs zurückgefallenen Sachsen in Gefahr.

Mit einem Dreier gegen die Luxuskrise?

Gelingt gegen Wolfsburg die Wende? "Wir haben mit Wolfsburg einen Gegner, der in einer deutlich härteren Krise ist. Da geht es um die Existenz", erklärte Werner: "Im Vergleich dazu haben wir eine Luxuskrise. Denn wir können uns noch für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren." Ein Dreier wäre dabei hilfreich.

nik/oha