Bundesliga

Hannovers Trainer André Breitenreiter vor Leipzig-Spiel: "Außenseiter wie nie"

Geht Hannovers Matchplan wieder perfekt auf?

Breitenreiter vor Leipzig-Spiel: "Außenseiter wie nie"

Daumen hoch für Hannover, aber jetzt geht es nach Leipzig: 96-Trainer André Breitenreiter.

Daumen hoch für Hannover, aber jetzt geht es nach Leipzig: 96-Trainer André Breitenreiter. imago

Wer hätte das gedacht: Am Wochenende serviert der Spielplan als Leckerbissen für die Fußballfans die ersten vier der Tabelle in direkten Vergleichen - und Aufsteiger Hannover ist dabei! "Das ist eine tolle Wertschätzung und Bestätigung für uns, wenn wir in einem Atemzug genannt werden mit Bayern, Dortmund und Leipzig", sagt Trainer André Breitenreiter vor der Auswärtspartie bei den Sachsen, um den aktuellen Zustand jedoch realistisch einzuordnen: "Es ist eine Momentaufnahme."

Beim Champions-League-Starter aus Sachsen fühlt sich 96 als "Außenseiter wie nie zuvor". Doch, so Breitenreiter: "Das ist eine Rolle, aus der wir uns dennoch viel versprechen, auch wenn es sehr schwer wird."

Wir haben gegen jeden Gegner eine Chance, wenn wir am Limit spielen.

André Breitenreiter

Das Selbstvertrauen nach schon 18 Punkten aus den ersten zehn Partien und dem jüngsten 4:2-Triumph über Borussia Dortmund ist groß, auch wenn es eine Herkulesaufgabe werde, mit Leipzig auch den nächsten "Großen" der Liga zu ärgern. Breitenreiter: "Wir haben gegen jeden Gegner eine Chance, wenn wir am Limit spielen. Wir sollten uns aber von der beeindruckenden Leistung gegen Dortmund nicht blenden lassen. Das war gar nicht einfach und das waren auch nicht nur lange Bälle. Es war gezieltes Umschaltspiel, um mit vertikalen Bällen das Gegenpressing zu überspielen. Und das ist sehr schwierig."

Dass dieser Matchplan gegen RB gleich noch einmal so für 96 funktioniert, glaubt der Coach nicht. "Es gibt kleine Parallelen, eventuell was das Gegenpressing angeht oder die Räume, in denen viele Leipziger auf engstem Raum agieren, um den Ball zu gewinnen. Aber es wird ein komplett anderes Spiel, weil Leipzig aus einer anderen Grundordnung, aus einem anderen System heraus spielt."

Konsequenz für Breitenreiter: "Wir müssen uns dort einen anderen Plan überlegen, eine neue Vorgehensweise, um gegen diesen Gegner erfolgreich zu sein." 3-4-3, 4-4-2 oder 4-2-3-1? Mit Top-Torjäger Martin Harnik, der zuletzt erkältungsbedingt erst von der Bank kam? Dafür ohne Felix Klaus oder gar Ihlas Bebou? Fragen zu System und Personal bleiben naturgemäß bis kurz vor Anpfiff offen. Abgesehen von den Langzeitverletzten könne man aus dem Vollen schöpfen, so Breitenreiter.

Heldt: "Leipzig keine Kaffeefahrt"

Der Mix aus einer Portion Demut und Tiefstapelei hier und gesundem Selbstbewusstsein dort bestimmt die Gefühlslage beim Tabellenvierten. Horst Heldt fasst dies so in Worte: "Wir sind klarer Außenseiter, tanken aber mit jedem Erfolgserlebnis Selbstvertrauen und definieren das Spiel in Leipzig nicht als Kaffeefahrt", erklärt der Manager. "Wir nehmen uns natürlich vor, etwas mitzunehmen. Auch wenn es gegen eine Mannschaft geht, die so vieles mehr hat als wir haben."

Michael Richter