Bundesliga

Fankultur soll UNESCO-Weltkulturerbe werden

Verein "FC PlayFair!" stellt Antrag

Fankultur soll UNESCO-Weltkulturerbe werden

Schalke-Fans

"Fußball funktioniert nicht ohne Fans", sagt der "FC PlayFair!" - und wendet sich deshalb an die UNESCO. imago

Konkret sei bei der UNESCO beantragt worden, die Fußball-Fankultur "zum immateriellen Weltkulturerbe zu erklären und sie damit zu einem schützenswerten Kulturgut zu machen", heißt es in der Pressemitteilung des erst im Januar 2017 gegründeten Vereins "FC PlayFair!" vom Montag. "Wir haben uns gefragt: Wem gehört eigentlich der Fußball? Gehört der überhaupt jemandem? Und wenn ja, gehört er dann nicht auch den Fans, die ins Stadion gehen?", so Claus Vogt, der Gründer und erste Vorsitzende des Vereins.

"Die Schutzfunktion durch die Aufnahme in das UNESCO-Verzeichnis würde beispielhaft demonstrieren, dass der Fußball nicht alleine den Verbänden und Investoren gehört, sondern grundsätzlich jedem, der sich dafür begeistert, aktiv oder passiv", heißt es im Antrag. Gleichzeitig betont "FC PlayFair!"-Mitbegründer Prof. Dr. André Bühler: "Wir sind überhaupt nicht gegen Kommerzialisierung, ganz im Gegenteil, ein gesundes Maß an wirtschaftlichem Denken ist wichtig im Fußball. Allerdings darf die Kommerzschraube nicht überdreht werden, und die Fans dürfen infolgedessen nicht auf der Strecke bleiben. Denn Fußball funktioniert nicht ohne Fans."

Bühler hatte in Zusammenarbeit mit dem kicker eine "Situationsanalyse Profifußball 2017" durchgeführt und dabei insgesamt 17.330 Fans aller Erst- und Zweitligisten zu den Problemen im deutschen Profifußball befragt. Über 83 Prozent aller Befragten warnten dabei den Profifußball davor, sich noch weiter vom Fan zu entfernen.

Seit 2008 erstellt die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit". Aktuell umfasst sie 365 kulturelle Ausdrucksformen, beispielsweise die chinesische Kalligrafie oder die Falknerei.

jpe

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