Kaiserslautern: Neben Orban auch Zimmer mit Ausstiegsklausel

Bei Matmour stehen die Zeichen auf Trennung

Könnte sich selbst einen Verbleib in der Pfalz durchaus vorstellen: Kaiserslauterns Karim Matmour.

Könnte sich selbst einen Verbleib in der Pfalz durchaus vorstellen: Kaiserslauterns Karim Matmour. picture alliance

Nach dem zum dritten Mal in Folge verpassten Bundesliga-Aufstieg besitzt der FCK auf dem Transfermarkt aktuell nicht die besten Karten. Einerseits, um Leistungsträger zu halten, andererseits, um im Wettkampf mit Erstligisten und anderen Spitzenvereinen der 2. Liga Verstärkungen zu verpflichten. Vorstandsboss Stefan Kuntz räumte nach dem Saisonfinale gegen Ingolstadt ein, mit dem eigenen Lizenzspieleretat von etwa elf Millionen Euro "nicht mehr zu den Top 5 der Liga" zu gehören und rechnet daher damit, "Leistungsträger abgeben zu müssen".

Aus gutem Grund. Gerade in Bezug auf die begehrtesten Akteure aus den eigenen Reihen, sind den Pfälzern nämlich in einigen Fällen die Hände gebunden. Besonders im Fokus der Konkurrenz: Die drei Eigengewächse Willi Orban (22), Dominique Heintz und Jean Zimmer (beide 21). Neben Kapitän Orban (Vertrag bis 2016) besitzt nach kicker-Informationen auch Zimmer (2018) eine Ausstiegsklausel in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro. Heißt im Klartext: Werden sich beide Akteure mit neuen Klubs einig, erhält der FCK insgesamt etwa 5 Millionen Euro Ablöse, kann die Wechsel jedoch nicht verhindern. Im Falle von Wirbelwind Zimmer müsste ein neuer Arbeitgeber, der in der kommenden Saison im internationalen Wettbewerb startet, allerdings etwa das Doppelte der 2,5 Millionen Euro berappen. Aus Lauterer Sicht natürlich der wesentlich wünschenswertere Fall.

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An Heintz und Zimmer ist auch RB Leipzig interessiert

Bei Heintz sieht die Lage anders aus. Im Vertrag des Linksfüßers ist keine Ausstiegsoption verankert, die Höhe der Ablöse folglich Verhandlungssache. Allen drei U21-Nationalspielern sind neben ihren pfälzischen Wurzeln das Interesse und die Anfragen mehrerer Erstligisten gemein, an Heintz und Zimmer ist auch RB Leipzig interessiert. Schon in den nächsten Tagen könnten Entscheidungen anstehen. Der Abgang des Trios wird immer wahrscheinlicher.

Matmours Vertrag läuft aus

Ebenso wie der Weggang von Karim Matmour. Der Vertrag des Flügelspielers beim FCK endet durch den Verbleib in Liga 2 am 30. Juni diesen Jahres. Nur im Aufstiegsfall hätte er sich um ein weiteres Jahr verlängert. Obwohl Matmour - mit 29 Jahren der Älteste im jungen Lauterer Team - als einer der wenigen im Kader über langjährige Erfahrung, auch in der Bundesliga (101 Einsätze), verfügt und in der abgelaufenen Spielzeit der Topscorer der Elf von Trainer Kosta Runjaic war (2 Tore, 8 Vorlagen), scheint der Klubführung nicht sonderlich viel an einer Weiterbeschäftigung des Flügelspielers zu liegen.

Signale von Sportdirektor Markus Schupp blieben bis dato aus

Ein für Dienstag geplantes Gespräch zwischen Runjaic und Matmour über die sportlichen Perspektiven wurde verschoben. Signale von Sportdirektor Markus Schupp in Richtung Matmours Berater blieben bis dato ebenso aus. Dabei wäre Lautern gut beraten, dem ehemaligen algerischen Nationalspieler (30 Einsätze) ein neues Angebot zu unterbreiten. Matmour zählte zwar bislang zu den absoluten Topverdienern und ist kein Torjäger, stellte seinen Wert für das Team aber durch Einsatz und nicht zuletzt durch seine Scorerbilanz unter Beweis. Menschlich wird er im Mannschaftskreis ohnehin sehr geschätzt.

Matmour selbst könnte sich einen Verbleib in der Pfalz durchaus vorstellen. Auch über eine Reduzierung des Spitzengehalts, das noch aus dem Transfer von Eintracht Frankfurt im Sommer 2013 stammt, ließe sich zumindest verhandeln. Ohne Signale des FCK stehen die Zeichen jedoch auf Trennung, da Matmour mehrere attraktive Anfragen von der Liga-Konkurrenz vorliegen.

Carsten Schröter