2. Bundesliga

Chaoten werfen Steine auf St. Paulis Mannschaftsbus

Nach 2:1-Sieg in Dresden

Chaoten werfen Steine auf St. Paulis Mannschaftsbus

Der Mannschaftsbus des FC St. Pauli

Überstand die Auswärtsfahrt nach Dresden nicht unbeschadet: der Mannschaftsbus des FC St. Pauli. imago

"Das war extrem bedrohlich, alle im Bus waren schockiert und fassungslos", schildert St. Paulis Teammanager Christian Bönig gegenüber dem SID den Angriff an einer Kreuzung in Stadionnähe "Wir sind rausgefahren aus dem Stadion und haben an einer Linksabbieger-Spur bei Rot gehalten, direkt an einer Kneipe, wo viele Dynamo-Fans standen. Während der zweiten Rotphase kamen dann Leute auf unseren Bus zu, warfen Flaschen und Steine. Hinten wurden zwei große Scheiben komplett entglast."

Daraufhin habe der Busfahrer mit der Hupe die Polizei alarmiert, die das Gefährt in Sicherheit eskortierte. Nachdem zunächst unklar war, wie der St.-Pauli-Tross nach Hamburg zurückreisen kann, ist nun eine Lösung gefunden: Die Dresdner stellen einen Ersatzbus bereit.

Dynamo entschuldigt sich

"Wir entschuldigen uns bei St. Pauli in aller Form für diesen Vorfall", sagte Henry Buschmann, Sprecher der Dresdner. "Auf Kosten von Dynamo wurde ein neuer Bus sowie ein Fahrer organisiert, der die Mannschaft nun sicher nach Hause bringen wird."

Am Abend erfolgte eine offizielle Stellungnahme der Sachsen, in der sie sich beim FC St. Pauli entschuldigten. "Wir sind heute erneut damit konfrontiert worden, dass Kriminelle den Fußball und Dynamo als Bühne missbrauchen", wird dort Dynamos Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Blümel zitiert. "Die unmittelbaren Reaktionen am heutigen Abend haben jedoch gezeigt, dass sich unsere Fans von solch asozialem Verhalten distanzieren. Daraus ziehen wir an diesem unschönen Tag die nötige Zuversicht für unseren weiteren Weg."

Warum die Hamburger von der empfohlenen Route abwichen, ist nicht bekannt.

Aus der Stellungnahme von Dynamo Dresden

Gleichzeitig wies Dynamo darauf hin, dass "im An- und Abreisekonzept des Vereins allen Gastmannschaften unter Polizeischutz eine andere Route zur Abreise in Richtung Autobahn empfohlen" werde, "um die an Spieltagen sehr frequentierte Kneipe am Straßburger Platz zu umfahren. Warum die Hamburger von der empfohlenen Route abwichen, ist nicht bekannt."

Mit im Gepäck sind dabei drei Punkte, ein Freistoß-Kracher von Marcel Halstenberg sicherte den Gästen einen 2:1-Auswärtssieg . Damit bleibt die Elf von Trainer Roland Vrabec im Dunstkreis der Aufstiegskandidaten. Dynamo dagegen belegt nach wie vor den unteren Relegationsplatz.