Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 30. Spieltag

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Holger Hiemann Tor

1,5
Spielnote

3
Tore und Karten

1:0 F. Greiner (6', Breitenreiter)

Wolfsburg

Hiemann 1,5 - J. Keller 2,5, M. Kovacevic 3, Kleeschätzky 4 - Kryger 3,5, F. Greiner 2 , Dammeier 4, Kapetanovic 2, Reyna 4 - Präger 4,5 , Breitenreiter 3,5

Leverkusen

Heinen 3 - Nowotny 3, Wörns 3 , Happe 3,5 - Ramelow 2,5, R. Kovac 5 , Beinlich 4, Heintze 5 , Emerson 3 - Rink 4,5 , Meijer 4,5

Schiedsrichter-Team

Dr. Franz-Xaver Wack Biberbach

3
Spielinfo

Stadion

VfL-Stadion

Zuschauer

19.265

Auf Torjäger Kirsten (Sperre nach zehn Gelben Karten), für den Meijer in den Angriff rückte, mußte Bayer-Coach Daum unfreiwillig verzichten. Zwei weitere personelle Veränderungen waren dagegen seine Konsequenz aus dem vorausgegangenen dürftigen 1:1 gegen Gladbach: Ins zentrale Mittelfeld kam Beinlich für Skammelsrud, auf der rechten Außenbahn löste Robert Kovac Lehnhoff ab. Zwei Umstellungen, die sich nicht nennenswert auszahlten. Denn Beinlich und VfL-Spielmacher Präger neutralisierten sich gegenseitig, während Kovac gegen Kapetanovic zumeist nur zweiter Sieger blieb. Kapetanovic trat erstmals im linken Mittelfeld an, auf seiner bisherigen Stammposition an der rechten Außenlinie rückte Greiner neu in die Mannschaft. Ein guter Griff des neuen Wolfsburger Trainers, denn schon in der sechsten Spielminute schoß Greiner das "Tor des Tages", nach tollem Doppelpaß mit Breitenreiter, unterstützt aber auch von seinem desorientiert wirkenden Gegenspieler Jan Heintze. Der Däne an der linken Außenbahn und Kovac rechts waren die Schwachpunkte im Leverkusener Team. Mehr noch als ihre Probleme in der Defensive fiel auf, daß es ihnen kaum gelang, Angriffsaktionen über die Flügel zu inszenieren. Doch genau das wäre nötig gewesen, um den massiven Wolfsburger Abwehrriegel häufiger und wirkungsvoller zu knacken. Das Powerplay, mit dem die Leverkusener auf ihren frühen Rückstand reagierten, brachte zwar auch "durch die Mitte" viele Torchancen, den durchaus verdienten Ausgleichstreffer allerdings nicht. Meijer, Rink und vor allem Emerson, der das pakende 90minütigen Duell mit Kryger knapp gewann, zeigten beim Abschluß Nerven. Und wenn sie mal nicht knapp vorbei zielten, dann war der hervorragende VfL-Torwart Hiemann mit ausgezeichneten Reflexen zur Stelle. Verstärkt wurde Leverkusens Offensive in der zweiten Halbzeit. Ramelow, der zumeist defensiv orientierte Mittelfeldspieler, schaltete sich oft engagiert und geschickt in die Angriffsaktionen ein, Trainer Daum löste auch die Liberoposition auf, so daß Nowotny ins Mittelfeld rücken konnte, und mit Feldhoff kam ein zusätzlicher Stürmer ins Spiel. Ein ergebnisloser Aufwand, denn weil das Bayer-Team nach wie vor das Flügelspiel vernachlässigte, wurde der Raum in der Mitte vor dem Wolfsburger Tor schließlich zu eng. Die einsatzfreudige, kampfstarke Abwehr des VfL ließ mit fortschreitender Spieldauer immer weniger gefährliche Situationen zu.