Die kroatische Sportwebseite Germanijak wartete vor vier Tagen mit einem Foto des Offensivspielers im Training der U 19 bei Dinamo Zagreb auf. Momentan ist Varelas Status unklar. Der kroatische Serienmeister hat im Januar bei der FIFA die Registrierung des Riesentalents angefragt, der FC Porto, sein Ex-Klub, geht gegen den Transfer vor.
Der Vater jobbt bei einer mit einem Berater verbandelten Firma
Denn: Im Sommer 2024 war Varela als 15-Jähriger von zwei Agenten nach Kroatien verbracht worden und sollte bei dem Viertligisten Dinamo Odranski Obrez in einem Vorort Zagrebs anheuern. Begründung: Der Vater des eigentlich aus Angola stammenden Jungen habe einen Job in Kroatien gefunden und wolle seinen Sohn nun nachholen. Wie der kicker aufdeckte, gehört allerdings die Firma, die Varela senior beschäftigt, einem gewissen Branimir Majdak - der wiederum eng verbandelt ist mit dem Spitzen-Spielerberater Andy Bara. Dessen Agentur ist bekannt für sogenannte Brückentransfers, bei denen die Ausbildungsklubs häufig leer ausgehen oder abgespeist werden. Bara berät Stars wie Dani Olmo und hat auch schon mit Bundesligisten Geschäfte gemacht, etwa RB Leipzig, Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg.
Porto, wo sich vor allem Präsident Andre Villas-Boas für eine Grundsatzentscheidung zum Minderjährigenschutz starkmacht, blockierte den Transfer zu Odranski Obrez mit Eingaben beim Weltverband. Es ist offenkundig, dass dem kroatischen Viertligisten ein ganz entscheidender Umstand fehlt, um den Transfer des Minderjährigen gemäß FIFA-Statuten durchdrücken zu können: Training auf professioneller Ebene. Der Plan, so sagen gut informierte Personen, sei gewesen, Varela über Kroatien zu einem deutschen Klub zu bringen. Nur hatten die die Strippen ziehenden Agenten offenbar nicht mit derartiger Gegenwehr aus Portugal gerechnet.
Versucht Dinamo, mit der Eingliederung Fakten zu schaffen?
Im Januar folgte dann die Planänderung, plötzlich wollte Dinamo Zagreb den Nachwuchsnationalspieler registrieren. Denn der Champions-League-Teilnehmer kann ganz offenkundig mit professionellen Gegebenheiten aufwarten, das nähme Portos Beschwerden bei der FIFA den Wind aus den Segeln.
Dass Varela noch immer nicht registriert ist bei Dinamo, könnte bedeuten, dass die Statutenhüter die seltsamen Umstände in der Anbahnung des Trasfers nun genauer unter die Lupe nehmen, während man in Kroatien versucht, Fakten zu schaffen. Etwa, indem Varela bereits in den Trainingsbetrieb integriert wird. Formal stellt das keinerlei Risiko dar, weil sein Vertrag in Porto vergangenen Sommer ausgelaufen ist und er ein "free agent" ist. Problematisch wäre der Sachverhalt lediglich, hätte Dinamo kein Gesuch entsprechend dem Minderjährigenschutz bei der FIFA gestellt - wovon aber nicht auszugehen ist.























