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Sion werden 36 Punkte abgezogen

Schweiz: Klub reicht Strafanzeige gegen die FIFA ein

Sion werden 36 Punkte abgezogen

Die juristische Auseinandersetzung findet eine Fortsetzung: Sions Präsident Christian Constantin.

Die juristische Auseinandersetzung findet eine Fortsetzung: Sions Präsident Christian Constantin. Getty Images

Im Sommer wurde der FC Sion aus der Europa League ausgeschlossen, nachdem der Verein in den Play-offs gegen Celtic Glasgow mindestens fünf nicht spielberechtige Spieler eingesetzt hat. Beide Partien wurden mit 3:0 für die Schotten gewertet, die so in der Europa League an den Start gingen.

Sion soll im Jahr 2008 den ägyptischen Torhüter Essam Al Hadari zum Vertragsbruch angestiftet haben und wurde daraufhin mit einem zweijährigen Transferverbot belegt. Vor der Saison 2011/12 waren die Verantwortlichen der Meinung, der Bannstrahl sei abgelaufen und verpflichteten mehrere neue Spieler. Laut der FIFA gilt das Verbot aber bis Ende des Jahres.

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Zwischen den Parteien entbrannte ein Rechtsstreit, der zuletzt an Schärfe zunahm. Denn auf der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees vom 16. und 17. Dezember dieses Jahres in Tokio hatte das Gremium den Schweizer Verband in die Pflicht genommen, auf den FC Sion einzuwirken, die juristische Auseinandersetzung zwischen dem Schweizer Klub und der Europäischen Fußball-Union UEFA binnen eines Monats zu beenden.

Bis zum 13. Januar 2012 solle der SFV dem FC Sion die Punkte aus jenen Partien abziehen, in denen die neu verpflichteten Spieler zum Einsatz gekommen sind. Andernfalls droht die FIFA mit dem Ausschluss sämtlicher Schweizer Teams aus den internationalen Wettbewerben. Am Freitag gab der Verband nach und zog dem Pokalsieger 36 Punkte ab. Durch den Punktabzug rutscht Sion vom dritten auf den letzten Tabellenplatz mit nun fünf Minuszählern.

In der vorangegangenen Drohung sah der FC Sion den Tatbestand der Nötigung (Art. 181 StGB) erfüllt. Es sei nicht hinnehmbar, dass die "Nati" sowie andere Schweizer Vereine wie zum Beispiel Bayern-Gegner FC Basel in "Geiselhaft" genommen werden. Der FC Sion sieht darin "einen nicht wiedergutzumachenden Schaden für den gesamten Schweizer Fußball".