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Hertha - Aue: Pal Dardai testet die Dreierkette

Hertha siegt im Test gegen Aue mit 2:0

Dardai testet die Dreierkette, Niederlechner trifft doppelt

Duell im Fünfmeterraum: Aue-Keeper Martin Männel (li.) gegen Hertha-Stürmer Haris Tabakovic.

Duell im Fünfmeterraum: Aue-Keeper Martin Männel (li.) gegen Hertha-Stürmer Haris Tabakovic. picture alliance / nordphoto GmbH

Viel Ballbesitz, wenig Zwingendes: Auf dem tiefen Boden im Amateurstadion auf dem Berliner Olympiapark-Gelände tat sich der im 3-5-2 formierte Zweitliga-Siebte vor 1782 Zuschauern lange Zeit schwer gegen beherzt aufspielende Auer, bei denen Trainer Pavel Dotchev im ersten Durchgang Maximilian Thiel statt Marcel Bär im Sturm brachte.

Berlins beste Gelegenheit in der ersten Halbzeit hatte Haris Tabakovic, der nach einer Flanke des auffälligen Jonjoe Kenny rechts neben das Tor von Martin Männel köpfte (8.). Wenig später traf der als Zehner aufgebotene Bilal Hussein den Ball in aussichtsreicher Position nicht voll (12.). Der Drittliga-Elfte hielt gut dagegen und initiierte über Kilian Jakob, dessen Eingabe Sean Seitz knapp verpasste, erstmals Gefahr (16.). An der möglichen Führung schnupperten die Gäste aus dem Erzgebirge dann kurz vor der Pause. Nach einer Flanke von Mirnes Pepic setzte Angreifer Thiel den Kopfball gegen die Laufrichtung von Hertha-Keeper Tjark Ernst ans Lattenkreuz (42.).

Debüt für Hoffmann

Den zweiten Durchgang bestritten beide Teams in komplett neuer Besetzung. Pal Dardai blieb beim 3-5-2. In der Abwehr bot U-19-Innenverteidiger Tim Hoffmann (18), der am Sonntag mit den Profis ins einwöchige Trainingslager nach La Manga (Spanien) fliegen wird, an der Seite von Linus Gechter und Peter Pekarik einen konzentrierten Auftritt. Ramzi Ferjani für Aue (50., Nachschuss nach einer Ecke) und Anderson Lucoqui für Hertha (53., Schuss nach einer Ecke geblockt) hatten die ersten Torchancen in der zweiten Halbzeit.

Lucoqui bereitete nach 65 Minuten eine Kopfballmöglichkeit von Florian Niederlechner vor, der das Tor verfehlte - um es nur sechs Minuten später besser zu machen: Nach einer schönen Kombination über Derry Scherhant und Nader El-Jindaoui, der den Ball erobert hatte, schob der Routinier zum 1:0 ein. Mit dem neuen Offensivtrio - Scherhant und Niederlechner als Doppelspitze, El-Jindaoui auf der Zehn - kamen mehr Zug und Tempo in Herthas zuvor recht statisches Spiel.

Niederlechner traf auch zum 2:0, zuvor hatte FCE-Schlussmann Tim Kips noch gegen Scherhant pariert (82.) Bei Aue besetzte Probespieler Mamin Sanyang (Hannover 96 II), in der Jugend in Heidenheim, Hoffenheim und beim FC Bayern ausgebildet, im zweiten Abschnitt die linke Außenbahn. Der Deutsch-Gambier zeigte in einigen Szenen seine Geschwindigkeit, konnte sich aber nicht entscheidend durchsetzen. Hertha-Trainer Pal Dardai zog derweil ein positives Fazit: "Alle haben eine Halbzeit bekommen und sich nicht verletzt - das war das erste Ziel."

Auch mit der Dreier- beziehungsweise Fünferkette, die in der Hinrunde unter Verschluss blieb, war der Ungar fürs Erste zufrieden: "Wir wollen in der Rückrunde variabel und flexibel sein." Für das Spanien-Camp, in dem mit KV Mechelen (10.1., 15 Uhr) und den Glasgow Rangers (13.1., 16 Uhr) zwei weitere Testspiel-Gegner auf die Berliner warten, kündigte Dardai das Feilen an den Abläufen im 3-5-2 an: "Wir werden im Trainingslager am hohen Pressing, an den Flanken und an den zweiten Bällen arbeiten, denn davon lebt dieses System."

Dass Schlüsselspieler Fabian Reese (schlechte Blutwerte nach Corona-Infektion) die Woche in La Manga verpasst, ist ein Schlag ins Kontor für den Bundesliga-Absteiger. Und Niederlechner, der seit Wochen der beständigste Torschütze ist und gegen Aue seine gute Form bestätigte, fehlt zum Rückrunden-Start gegen Fortuna Düsseldorf (21. Januar) wegen einer Rot-Sperre. Aue hingegen bleibt in heimischen Gefilden, ernst wird es für das Dotchev-Team am 19. Januar im Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen.

Steffen Rohr

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