3. Liga

FCM: Mit Taktik, Torversprechen und "cooler Socke" zum Derbysieg

Krämer: "Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte"

FCM: Mit Taktik, Torversprechen und "cooler Socke" zum Derbysieg

Sören Bertram drehte nach dem Siegtreffer zum Jubel in Richtung seines Trainers ab.

Sören Bertram drehte nach dem Siegtreffer zum Jubel in Richtung seines Trainers ab. imago images

Denn, obwohl Magdeburg die Partie gegen Halle personell unverändert anging, drehte Krämer durchaus an taktischen Stellschrauben. So stellte er Tarek Chahed als zweite Spitze neben seinen Stürmer Christian Beck. Die Entscheidung fiel, weil er im Laufe der Woche im Training gesehen habe, dass Chahed "den Innenverteidigern mit seinen Läufen richtig auf die Nerven fallen kann und die Kompetenz hat, ganz oft, ganz viel, ganz schnell zu laufen." Mit diesen Eigenschaften sollte Chahed in der Defensive des HFC Lücken reißen. "Und das hat er auch gemacht", so Krämer.

Bell Bell mit schnellem Flügelspiel

Auch ein weiterer taktischer Plan des Magdeburger Trainers ging auf: Wie schon in Köln, als Krämer ihn nach eigenen Angaben "ins kalte Wasser geworfen hatte", spielte Leon Bell Bell, eigentlich ein offensiverer Spieler, als linker Außenverteidiger - und das erfolgreich. Er leitete das Siegtor mit einem schnellen Flügellauf ein und überzeugte seinen Trainer nicht nur mit seinen Offensivaktionen, sondern auch, weil er "trotzdem seine Seite zugemacht hat. Das tut unserem Offensivspiel gut, wenn die Außenverteidiger noch häufiger in die Position kommen und […] unsere Jungs vorne füttern können."

Spielersteckbrief Bertram
Bertram

Bertram Sören

Spielersteckbrief M. Behrens
M. Behrens

Behrens Morten

Spielersteckbrief Bell Bell
Bell Bell

Bell Bell Leon

Spielersteckbrief T. Chahed
T. Chahed

Chahed Tarek

Trainersteckbrief Krämer
Krämer

Krämer Stefan

Ich heb mir das für Samstag auf.

Sören Bertram

Ein weiterer wichtiger Faktor beim Derbysieg war der Torschütze selbst. Denn Sören Bertram hatte seinen Treffer nach einer Diskussion mit Krämer unter der Woche angekündigt. "Er hat diese Woche ganz vernünftig trainiert, bis auf eine Spielform, wo ich gesagt hab: 'Junge, jetzt konzentrier dich mal ein bisschen'", plauderte sein Trainer aus dem Nähkästchen. "Und er hat mir dann gesagt: 'Ich heb mir das für Samstag auf'". Und tatsächlich hielt Bertram Wort, brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Front und drehte anschließend zum gemeinsamen Jubel mit dem Trainer ab.

Coole Socke im Tor

Fehlt zum Erfolg des FCM noch die Defensive - angeführt von Keeper Morten Behrens, der Magdeburg besonders im ersten Durchgang mit seinen Paraden im Spiel hielt. "Er ist ein typischer hanseatischer Junge, der macht sich nicht verrückt. Er ist noch sehr jung, aber ne coole Socke", lobte Krämer vor dem Mikrofon von MagentaSport seinen Schlussmann, der gegen Guttau (10., 27.) und Nietfeld (16.) glänzend parierte.

Doch auch wenn Krämer nach dem vierten Saisonsieg viel Lob verteilte und seinen Spielern für Sonntag frei gab, drückte er dennoch etwas auf die Euphoriebremse. Schließlich habe er auch "Sachen gesehen, von denen ich glaube, dass wir sie besser machen können". Und so fasste er zusammen, dass der Sieg sein Team nicht aus der Pflicht entlasse, "genauso beharrlich und genauso fleißig und mit absoluter Überzeugung an den Themen weiter zu arbeiten, die uns wichtig sind". Schließlich steht in der kommenden Woche die schwere Partie bei der Zweitvertretung der Bayern an - definitiv kein Alleingänger. Dem ist sich auch Krämer sicher, denn: "In der Liga hat jedes Spiel seine eigene Geschichte."

aja