Bundesliga

Braunschweig: Jubel wie 1988 oder Jammer wie 1993?

Wolfsburg spielte für Braunschweig schon zwei Mal Schicksal

Braunschweig: Jubel wie 1988 oder Jammer wie 1993?

Bernd Buchheister (re.) beim 2:1-Sieg gegen Wolfsburg im Jahr 1988.

Bernd Buchheister (re.) beim 2:1-Sieg gegen Wolfsburg im Jahr 1988. kicker

1987 waren die Löwen erstmals in die Drittklassigkeit abgestiegen, wurden dann vor dem VfL Meister der Oberliga Nord und in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga erneut dem Nachbarn zugelost.

Die besondere Konstellation: Ausgerechnet im letzten Spiel der Gruppe musste die Eintracht nach Wolfsburg, traf dort auf eine hochmotivierte und mit einigen Ex-Braunschweigern (unter anderem Hans-Heinrich Pahl, Michael Geiger, Frank Plagge) gespickte Elf. "Die konnten nicht mehr aufsteigen, wollten es unser aber vermasseln", erinnert sich Buchheister.

Doch die Eintracht setzte sich mit 2:1 durch, feierte mit 10.000 Fans im Schatten der VW-Türme. Buchheister: "Die paar Kilometer nach Hause waren eine einzige blau-gelbe Karawane."

1993: Braunschweiger Absturz

Bernd Buchheister (li.) heute beim Treffen mit kicker-Redakteur Sebastian Wolff und der Übergabe der Sonder-Edition zu Eintracht Brauschweig.

Bernd Buchheister (li.) heute beim Treffen mit kicker-Redakteur Sebastian Wolff und der Übergabe der Sonder-Edition zu Eintracht Brauschweig. kicker

1993 ging es für Braunschweig zurück in die Oberliga Nord. Und wieder war der VfL maßgeblich beteiligt. Am 40. Spieltag dieser Mammutsaison mit 24 Teams empfing die Eintracht im Abstiegskampf der 2. Liga Wolfsburg zu Hause, verlor 0:1 und wurde nicht nur vom Nachbarn überholt, sondern stürzte auch auf einen Abstiegsplatz – und verließ diesen nicht mehr. "Das Spiel gegen den VfL", sagt Buchheister, "war damals ein ganz entscheidender Knackpunkt."

20 Jahre ohne Duell

20 Jahre lang gab es danach kein Pflichtspiel mehr zwischen beidem Erstvertretungen, 2004/05 und 2007/08 spielte der Meister von 1967 in der Regionalliga Nord nur noch gegen die Wolfsburger Reserve - und erlebte vor ziemlich genau zehn Jahren ein schmachvolles 2:3 beim Wölfe-Nachwuchs. Das Ausrufezeichen für den Absturz des Klubs und die Hierarchie in der Region.

In dieser Relegation nun geht es wie 1988 und 1993 um die Perspektive beider Klubs - wie damals werden sich danach die Wege wieder trennen.

Sebastian Wolff