3. Liga

Nach bösem Tritt: DFB ermittelt gegen Großkreutz

Uerdingens Kapitän droht nachträgliche Sperre

Nach bösem Tritt: DFB ermittelt gegen Großkreutz

Kevin Großkreutz

Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt gegen ihn: Kevin Großkreutz. imago images

Großaspach war im Ballbesitz und versuchte, nach einem Einwurf auf der linken Seite auf Höhe des Strafraums mit einer Flanke vors Tor zu kommen. Nicht direkt an der Aktion beteiligt war Dimitry Imbongo Boele, der von Großkreutz gedeckt wurde, nach der Hereingabe von Linksverteidiger Dan-Patrick Poggenberg aber plötzlich am Boden lag.

Was war passiert? Auf den ersten Blick war die Aktion gegen den Franzosen nicht zu erkennen, auf den zweiten war aber schnell klar, was geschehen war. Großkreutz, der sich Sekunden zuvor bereits wegen zweier Schiedsrichterentscheidungen echauffiert hatte, ließ sich im Duell mit dem Angreifer zu einer Tätlichkeit hinreißen und stieg dem 29-Jährigen mit voller Kraft auf den Fuß. Glück für den Weltmeister von 2014, dass sowohl der Unparteiische Robert Hartmann als auch sein Assistent die Aktion nicht bemerkt hatten. Da in der 3. Liga kein Videoschiedsrichter existiert, kam Großkreutz zunächst ungeschoren davon. Am Montag schaltete sich jedoch der DFB-Kontrollausschuss ein und eröffnete ein Ermittlungsverfahren. Dies ist möglich, weil Referee Hartmann auf Nachfrage erklärte, die Szene nicht gesehen zu haben. Großkreutz wurde nun angeschrieben und zu einer zeitnahen Stellungnahme aufgefordert. Danach wird das DFB-Gremium über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

"Ich treffe ihn aus Versehen"

Uerdingen durfte die Partie zu elft beenden und entführte nach einer hektischen Nachspielzeit sowie einer sehenswerten Einzelaktion von Sturmtalent Franck Evina noch einen Punkt aus Großaspach. Nach der Partie hatte sich Großkreutz einem Interview von "Magenta Sport" gestellt. Auf Nachfrage versuchte der 31-Jährige, die Szene mit Imbongo Boele herunterzuspielen: "Ich gehe einen Schritt, treffe ihn aus Versehen. Er (Imbongo Boele, d. Red.) hat die Entschuldigung angenommen und weiß, dass es keine Absicht war. Das ist Fußball." Sein Co-Trainer Stefan Reisinger hatte das nach erstmaliger Betrachtung der TV-Bilder in der Pause ein wenig anders gesehen: "Wenn der Schiedsrichter es gesehen hätte, hätte er Rot geben können."

Eine nachträgliche Sperre könnte für Großkreutz vor allem dann sehr bitter sein, sollte der DFB ihn nicht nur für die Liga, sondern wettbewerbsübergreifend für den Pokal sperren. Denn dort trifft er am Freitag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de) auf seine "alte Liebe" Borussia Dortmund. In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, in denen Spieler wegen eines schweren Vergehens in der Liga auch für Pokalspiele gesperrt wurden. Von 2009 bis 2015 spielte der gebürtige Dortmunder für den BVB, auf das Wiedersehen mit seinen Ex-Kollegen fiebert er nach eigener Aussage die ganze Woche hin.

tso/kon

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