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"Sie holen niemanden": Valencia-Coach Javi Gracia fühlt sich betrogen

Versprochene Neuzugänge bleiben aus

"Sie holen niemanden": Valencia-Coach fühlt sich betrogen

Seit Juli Cheftrainer bei Valencia: Javi Gracia.

Seit Juli Cheftrainer bei Valencia: Javi Gracia. imago images

"Man sieht ja, wie Sevilla oder Betis investieren. Die nächste Saison wird schwer", sagte der Trainer von Valencia - und zwar vor ziemlich genau einem Jahr.

Damals hieß er noch Marcelino. Da der eigentlich erfolgreich arbeitende Coach neben der Transferpolitik auch sonst kaum ein gutes Haar an der Vereinsführung rund um Investor Peter Lim ließ, wurde er schließlich entlassen, oder besser: ließ sich entlassen. Die Spieler reagierten entsetzt, liefen Sturm gegen die Entscheidung. Es half nichts: Nachfolger wurde Albert Celades, der anders als Marcelino keine Lobby im Team hatte. Ende Juni rebellierte die Mannschaft gegen den 44-Jährigen, kurz darauf wurde auch er vor die Tür gesetzt. Voro übernahm interimsweise, Valencia verpasste das internationale Geschäft. Ende Juli löste ihn Javi Gracia ab.

Doch wenn man Gracia so reden hört, klingt das genauso wie vor einem Jahr, damals bei Marcelino. "Ich blicke auf den Kader, wie das jeder andere auch tut - geschwächt wegen der Abgänge, die wir hatten", sagte der 50-Jährige am Freitag. Unter anderem hatten der langjährige Kapitän Dani Parejo (zu Lokalrivale Villarreal) sowie die Leistungsträger Ferran Torres (Manchester City) und Rodrigo (Leeds United) den Verein verlassen. "Mir wurde gesagt, wir würden Verstärkungen erhalten, bevor ich hierhergekommen bin. Aber bislang gab es keine", so Gracia weiter.

Der Coach forderte nun "so schnell wie möglich" Neuzugänge. Während die Abwicklung der Abgänge beschleunigt worden sei, sei die Verpflichtung von Spielern "nicht finalisiert worden aus Gründen, die ich nicht verstehe". Gracia sei darüber "ein bisschen enttäuscht. Sie holen niemanden, keine Spieler kommen hier an." Zudem äußerte er die Befürchtung, dass noch weitere Spieler den Verein verlassen könnten.

Gracia schraubt Erwartungen zurück

Dementsprechend schwarz sieht Gracia für die kommende Spielzeit, die für Valencia am kommenden Sonntag mit dem Stadtderby gegen Levante (21 Uhr) beginnt. "Letztlich wird der Klub nicht das von uns verlangen können, was er verlangen sollte bei einem Potenzial, wie es Valencia besitzt."

Gracia ist übrigens - Voro nicht mitgerechnet - der neunte Trainer, seit Lim den Verein im Jahr 2014 übernommen hat. Zwar half der Investor dem Klub mit seinen Millionen zunächst aus der Patsche, inzwischen regiert jedoch das Chaos beim Meister von 2004. Bis September 2019 hatte Lim nicht nur zahlreiche Trainer verschlissen, sondern auch 52 neue Spieler verpflichtet. Bei den Fans hat der Geschäftsmann längst jeglichen Kredit verspielt.

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