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Tour de France: Kritik an fehlerhaften Corona-Tests

Bora-Hansgrohe kritisiert UCI-Strategie

Positiv? Negativ? Kritik an fehlerhaften Corona-Tests

Teamchef Ralph Denk

"Es werden Entscheidungen getroffen, die massiv sind": Teamchef Ralph Denk (links). picture alliance

Teamchef Ralph Denk vom deutschen Bora-hansgrohe-Team befürchtet bei der Tour de France ein Chaos um die Corona-Tests. "Es ist das eingetreten, was ich befürchtet habe. Ich habe nicht nur Bauchschmerzen, bei mir geht es inzwischen in Richtung Magengeschwür. Es werden Entscheidungen anhand von solchen Testergebnissen getroffen, die massiv sind. Wir sprechen vom weltgrößten Sportereignis in diesem Jahr. Und dann verlässt man sich auf Tests ohne Gegenprobe", sagte Denk der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund für Denks Verärgerung ist der Positivtest vor dem Eintagesrennen Bretagne Classic bei einem seiner Fahrer, der bei einer Nachtestung zwei Tage später negativ war. "Es ist bekannt, dass die PCR-Tests eine gewisse Fehlerquote haben und damit auch falsch-positive Ergebnisse produzieren. Das wäre an sich kein Problem, gäbe es die Möglichkeit, die Ergebnisse unmittelbar zu überprüfen, im Falle eines positiven Befundes. In den Antidopingbestimmungen ist eine A- und eine B-Probe vorgesehen, genau aus diesem Grund", beschwert sich Denk über die Strategie des Weltverbandes UCI.

"Wer will schon als seriöses Unternehmen in ein Lotteriespiel investieren?"

Denk sieht ernsthafte Probleme auf den Radsport zukommen. "Es geht hier um Sportler, die sich Wochen und Monate auf ein Rennen vorbereiten und dann vielleicht wegen eines falschen Befundes nicht startet dürfen. Heute haben wir bei einem WordTour Rennen unser ganzes Team zurückgezogen. Es geht um Punkte, es geht aber auch um Präsenz in den Medien, also Werbewert, auf denen die Engagements unserer Sponsoren basieren. Da haben wir heute eine dicke Null auf der Habenseite", ärgert sich Denk und gibt zu bedenken: "Wer will schon als seriöses Unternehmen in ein Lotteriespiel investieren?"

Bei der Frankreich-Rundfahrt will der Veranstalter ASO bei zwei positiven Corona-Fällen innerhalb einer Mannschaft in einem Zeitraum von sieben Tagen den ganzen Rennstall ausschließen. Zum Team gehören dabei nicht nur die acht Fahrer, sondern auch die Betreuer und Team-Offiziellen, also eine Gruppe von bis zu 30 Personen.

tru

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