DFB-Pokal

Marvin Plattenhardt: "Stand jetzt bin ich hier" - Berliner Nationalspieler äußert sich nach dem Pokalspiel

Berliner Nationalspieler äußert sich nach dem Pokalspiel

Plattenhardt: "Stand jetzt bin ich hier"

Fulminanter Schuss und Treffer: Marvin Plattenhardt schließt erfolgreich volley ab.

Fulminanter Schuss und Treffer: Marvin Plattenhardt schließt erfolgreich volley ab. imago

Mit einem Arbeitssieg bei Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig zog Hertha BSC in die zweite Pokalrunde ein und wahrte dadurch die Chance auf die Final-Teilnahme im heimischen Olympiastadion. "Sehr zufrieden" zeigte sich Pal Dardai nach dem mühsamen 2:1-Erfolg beim Drittligisten . Zudem lobte Berlins Trainer seine Mannschaft nach dem ersten Pflichtspiel der Saison für die "gute Mentalität und gute Moral", weil sie nach dem Gegentreffer zum 1:1 kurz vor Schluss (81.) nicht eingebrochen war, sondern durch Vedad Ibisevic (83.) umgehend zurückgeschlagen hatte.

Allerdings hatte der Ungar nach der langen Vorbereitung und fünf Tage vor dem Liga-Start am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen den 1. FC Nürnberg im ersten Spiel unter Wettkampfbedingungen "auch Negatives gesehen", nämlich: "Es gibt Momente, in denen die Spieler Mut zeigen müssen, aber da zögern sie noch ein bisschen. Deshalb sind solche Spiele optimal. Wir sind weiter, das nimmst du mit. So wächst das Selbstvertrauen."

Das dürfte gerade für Marvin Plattenhardt gelten. Dem Nationalspieler, der nach der WM mit einem Wechsel nach England geliebäugelt hatte, gelang mit einem Volley aus 25 Metern ein "fantastisches Tor", wie Dardai zu Recht befand.

Plattenhardt stellt sich

Nach der Partie in Braunschweig äußerte sich Plattenhardt im Interview über seinen Treffer zum 1:0 (38.) und seine Wechselabsichten.

Frage: Herr Plattenhardt, es war Ihr erstes Tor aus dem Spiel heraus. Wie hat sich das angefühlt?
Marvin Plattenhardt: Gut, darauf warte ich schon vier oder fünf Jahre. Es tut gut, nach der langen Vorbereitung gleich im ersten Pflichtspiel ein Tor zu erzielen. Aber wichtiger ist, dass wir in die nächste Runde eingezogen sind. Es war kein einfaches Spiel für uns. Braunschweig hat es ganz ordentlich gemacht. Wir sind um die Verlängerung gerade noch mal rumgekommen. Es war wichtig für uns, ein großes Lob an die Mannschaft.

Pal Dardai und Marvin Plattenhardt

Trainer und Schützling: Hertha-Coach Pal Dardai und Nationalspieler Marvin Plattenhardt. imago

Frage: Ihr Teamkollege Valentino Lazaro meinte, der herrliche Treffer zeige, wie groß Ihr Selbstvertrauen sei, weil Sie den Ball mit vollem Risiko genommen haben. Liegt er richtig?
Plattenhardt: Ich musste es einfach versuchen. Wenn ich den nicht so gut erwische, geht er aus dem Stadion. Glück gehört auch dazu, das hatte ich. Ich freue mich natürlich über mein erstes Tor aus dem Spiel heraus. Es war schon ein bisschen der Dosenöffner für uns, weil wir nicht so viele Chancen hatten und uns nicht so gut bis in den Strafraum durchkombiniert haben. Von daher war das Tor schon wichtig. So kann es weitergehen.

Frage: Es sah nicht danach aus, als hätten Sie lange überlegt, ob Sie den Ball volley nehmen oder doch lieber abspielen. Sind Sie nicht ins Grübeln gekommen?
Plattenhardt: Ich wollte einfach nur volle Pulle draufhauen. Ich habe es auch erst spät gesehen, dass er drin war. Da standen 20 Mann vor mir, deshalb kam ich gar nicht so richtig zum Jubeln.

Frage: Ihr Jubel fiel sehr verhalten aus.
Plattenhardt: Ich bin da ganz ruhig. Bei den Freistoß-Toren habe ich in letzter Zeit auch nicht groß gejubelt, außer in Bremen mal.

Frage: Wenn der eine oder andere englische Klub das Tor sieht, könnten die sich ärgern.
Plattenhardt: Keine Ahnung.

Frage: Ein paar Transfer-Märkte sind ja noch geöffnet...
Plattenhardt: Welche denn?

Frage: Frankreich oder Spanien beispielsweise.
Plattenhardt: Ich fühle mich bei Hertha wohl, ich freue mich auf die kommenden Wochen mit dem Klub. Wir wollen noch einige Spiele gewinnen und positiv in die kommenden Wochen starten.

Ich habe direkt nach der WM schon gesagt, dass ich bei Hertha einen langfristigen Vertrag habe und dass ich mich hier wohl fühle.

Marvin Plattenhardt

Frage: Wie konkret war ein Wechsel nach England, wo das Transferfenster schon am 9. August schloss?
Plattenhardt: Es wurde viel geschrieben, ich habe auch viel gelesen. Das ist ja immer auch interessant. Aber ich habe direkt nach der WM schon gesagt, dass ich bei Hertha einen langfristigen Vertrag habe und dass ich mich hier wohl fühle. Deswegen gab es auch keine konkreten Sachen, bei denen ich hätte wechseln können. Stand jetzt bin ich hier - und so wird es auch bleiben.

Frage: Inwieweit taugt das Pokalspiel in Braunschweig als Standortbestimmung?
Plattenhardt: Es war zunächst wichtig, das erste Pflichtspiel zu gewinnen. Es ist schwierig zu sagen, ob es wegweisend war oder nicht. Darüber können wir in vier, fünf Wochen reden. Wir bereiten uns jetzt gut auf Nürnberg vor. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

Aufgezeichnet in der Mixed Zone von Jan Reinold

Bilder zur Partie Eintracht Braunschweig - Hertha BSC