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18.04.2019, 09:26

Serie-A-Hintergrund: Beziehung zwischen Viola und Alter Dame

Juve vs. Florenz - Ein "Diebstahl" machte sie zu Rivalen

Als einer der besten Torhüter der Fußball-Geschichte hat Legende Dino Zoff einiges erlebt. Der Weltmeister von 1982 und Europameister von 1968 kennt eine besondere Geschichte allerdings aus dem Effeff - und zwar die intensive Rivalität zwischen der AC Florenz und Juventus Turin. Dieses Duell beschreibt der 76-Jährige "als Schlacht", als "Kampf" und als "hochemotional".

Fans der AC Florenz, Fans von Juventus Turin
Mögen sich nicht: die Fans der AC Florenz und die Anhänger von Rekordmeister Juventus Turin.
© imagoZoomansicht

Zwischen 1972 und 1983 spielt Keeper-Ikone Zoff für Juventus, wird in diesem Zeitraum sechsmal Meister - und trainiert die Alte Dame obendrein noch später zwischen 1988 und 1990. In Florenz coacht der 112-malige Nationalspieler der Azzurri ebenfalls für ein Jahr (2005) - und ist somit ein gern gesehener Interview-Gast vor dem direkten Duell der beiden arg rivalisierenden Klubs Juve und Florenz. Am Samstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) treffen beide Mannschaften wieder aufeinander - und ausgerechnet jetzt könnten die Bianconeri ihr Meisterstück machen. Dafür reicht nach dem Patzer bei SPAL Ferrara (und dem bitteren Champions-League-Aus gegen Ajax) bereits ein Punkt. Ein Sieg über die Viola wäre aber freilich noch viel süßer. Aktuell liegen ganze 44 (!) Zähler zwischen beiden Teams.

"Dieses Spiel wird mit Sicherheit erneut eine Schlacht werden, denn das war schon immer ein Kampf", sagt Zoff gegenüber "TuttoC.com". Der frühere Weltklasse-Torhüter ergänzt: "Das ist einfach immer wieder ein hochemotionales Duell."

Doch woher kommt eigentlich die leidenschaftlich geführte Rivalität zwischen den stolzen Vereinen? Warum sind die Duelle zwischen der Viola und den Bianconeri heißer als Derbys und geprägt von gegenseitiger Ablehnung, Wut und Hass - obwohl beide Städte mehr als 400 Kilometer Luftlinie trennen? Ganz einfach: Vergangene Ereignisse spielen eine richtig große Rolle - und lassen die Fans bis heute kochen. "Rubentus", vom italienischen Wort rubare ("stehlen") abgeleitet, ist ein seit Jahrzehnten verbreiterter Terminus, mit dem ernüchterte Tifosi ihren Unmut gegenüber Juventus Turin zum Ausdruck bringen.

Chronologie der über 30 Jahre lang währenden Fehde

1981/82: Der Kampf um den Scudetto, die italienische Meisterschaft, spitzt sich in der Saison 1981/82 gehörig zu - und gipfelt in einem ultimativen Showdown am letzten Spieltag. Tabellenführer Juventus (44:14 Punkte) muss in Catanzaro ran, Florenz derweil steht punktgleich auf Rang zwei und reist nach Cagliari. Mit dem Titel vor Augen wirken auf dem Rasen beide zunächst wie gelähmt. Bis die Fiorentina vorlegt - vermeintlich! Denn der Schiedsrichter will vor dem Tor plötzlich ein Foul gesehen haben und gibt den Treffer nicht. Fast zeitgleich wird Catanzaro ein klarer Elfmeter verweigert. Wenig später bekommen die Turiner einen zweifelhaften Strafstoß zugesprochen, machen das Tor, werden Meister und ziehen alle Wut auf sich. An diesem Tag etabliert sich der Satz "Meglio secondi che ladri" ("Lieber Zweiter als Dieb") in der Fanszene der Toskaner.

"Sie haben uns die Meisterschaft geklaut", schimpft ACF-Kapitän Giancarlo Antognoni damals, während die Alte Dame lautstark ihre 20. italienische Meisterschaft feiert. Eine der größten Rivalitäten des Calcios nimmt an jenem 16. Mai 1982 ihren Lauf...

1985: Bis zum 30. Mai 1985 ist der Ärger eher einseitiger Natur. Das ändert sich einen Tag nach den schrecklichen Vorfällen im Brüsseler Heyselstadion, bei denen 39 Juve-Fans ihr Leben verlieren. Plakate mit der Aufschrift "39 Bucklige weniger" gehören von nun an zum festen Bestandteil der Florenzer Ultra-Szene, die zudem eine Fan-Freundschaft mit den Liverpooler Hooligans, die für die Katastrophe verantwortlich sind, eingeht. Spätestens jetzt ist das Tischtuch zwischen den beiden italienischen Traditionsvereinen heftig zerschnitten.

Dino Zoff
Kennt das Duell zwischen Florenz und Juventus in- und auswendig: Torwart-Legende Dino Zoff.
© imagoZoomansicht

Die Juve-Anhänger werden im Übrigen "Bucklige" genannt, weil die Trikots in den 50er Jahren einen Buckel auf dem Rücken formten, sobald diese anfingen zu laufen.

1989/90: In den folgenden Jahren versinkt Florenz zunächst in sportlicher Bedeutungslosigkeit. Bis zur Spielzeit 1989/90: Nach einer starken Saison erreichen die Violetten das UEFA-Cup-Finale. Der Gegner im Endspiel: ausgerechnet Juventus Turin. Das Hinspiel, das bereits die Vorentscheidung bringt, gewinnen die Bianconeri mit 3:1 (Rückspiel später 0:0) - wieder gibt es Proteste von Fiorentina-Seite. Beim 2:1 für die Alte Dame soll ein Foul vorgelegen haben. Während Juves damaliger Trainer Zoff nach der Partie im italienischen Fernsehen ein Interview gibt, schreit AC-Akteur Celeste Pin das Wort "Diebe" in die Kamera. Torschütze Pierluigi Casiraghi reagiert auf den Vorfall und nutzt sofort die Gelegenheit, zusätzliches Öl ins ohnehin schon lodernde Feuer zu gießen. "Wir sind Juventus, sie sind Florenz", antwortet der Stürmer auf Nachfrage und schürt so die Verschwörungstheorien.

Ich wollte in Florenz bleiben, aber ich wurde zu diesem Transfer gezwungen.Roberto Baggio über seinen Wechsel nach Turin

Doch nicht nur das: Noch stimmungsgeladener als die Niederlage im UEFA-Cup-Finale ist für die Viola-Fans die Gewissheit, dass sie mit Roberto Baggio ihren größten Star nach der Saison verlieren werden. Nicht an irgendwen, sondern - natürlich - an Juventus Turin. Ausgerechnet ihr Liebling wird ab sofort für ihren Erzrivalen auflaufen und zaubern. Als der Wechsel bekanntgegeben wird, kommt es in Florenz zu Ausschreitungen, bei denen 50 Menschen verletzt werden. Die damalige Weltrekordablöse von umgerechnet zehn Millionen Euro dient nicht als Trost. Baggio selbst beteuert: "Ich wollte in Florenz bleiben, aber ich wurde zu diesem Transfer gezwungen. Mein Herz wird immer violett bleiben."

Diesen Worten lässt er Taten folgen: Bei seiner offiziellen Präsentation in Turin lässt sich Baggio nicht mit einem Juve-Schal fotografieren, versteckt ihn stattdessen auf seinem Stuhl. Im ersten Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Verein weigert sich der Vize-Weltmeister von 1994, einen Elfmeter zu schießen. Nach dem Spiel wird ihm dann aus dem AC-Block ein Schal zugeworfen, den er küsst.

2009: Auch in den neueren Jahren gibt es immer wieder in Spielen Reibungspunkte zwischen den beiden Klubs - und im Jahr 2009 eine weitere Personalgeschichte. Der Brasilianer Felipe Melo verlängert zunächst seinen Kontrakt bis 2013, beteuert seine Zuspruch für die AC - um nur eine Woche später zu wechseln. Wohin? Zur Juve!


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mag

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Artemio Franchi

Stadionkapazität: 43.147

weitere Infos zu Pioli

Vorname:Stefano
Nachname:Pioli
Nation: Italien

Vereinsdaten

Vereinsname:AC Florenz
Gründungsdatum:26.08.1926
Vereinsfarben:Violett-Weiß
Anschrift:Associazione Calcio Fiorentina
Viale Manfredo Fanti, 4
50137 Firenze
Telefon: 00 39 - 055 - 50 30 11
Telefax: 00 39 - 055 - 57 95 72
Internet:http://it.violachannel.tv


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