Nordost

Meyers Treffer reicht dem BAK

Regionalliga Nordost - 8. Spieltag

Meyers Treffer reicht dem BAK - Greifswald unterliegt Babelsberg

Ben Meyer (Archiv) erzielte das Tor des Tages für den Tabellenführer.

Ben Meyer (Archiv) erzielte das Tor des Tages für den Tabellenführer. imago images/Matthias Koch

Viermal Regionalliga gab es am Sonntag. Spitzenreiter Berliner AK fuhr zu Abstiegskandidat FSV Luckenwalde, gewann am Ende aber nur knapp. Der Primus gab von Beginn an den Ton an, Luckenwalde jedoch ackerte sich in die Partie und hielt gut dagegen. Mitte der Hälfte häuften sich dann die Chancen, in dieser Phase fiel auch das einzige Tor des Tages durch Berlins Meyer. Nach Wiederanpfiff war der BAK dann die klar bessere Mannschaft, verpasste aber trotz einiger Hochkaräter, nachzulegen. Kurz vor dem Ende vergab Gjasula für die Gäste einen Foulelfmeter, ein Fehlschuss ohne Konsequenz. Der BAK siegt verdient und baut seine Führung an der Spitze auf drei Punkte aus.

Auf Rang zwei steht nun der SV Babelsberg, der für die erste Greifswalder Niederlage auf eigenem Platz sorgte. Dabei war der Aufsteiger keinesfalls das schlechtere Team. Allerdings kam der GFC nur selten durch die stabile Abwehrreihe der Gäste, vergab dann die sich bietenden Möglichkeiten. Babelsberg zeigte sich seinerseits vorne konsequent: Ndualu besorgte mit der ersten Chance das 1:0 (15.), nach einer Umschaltsituation hatte er bei seinem Abschluss etwas Glück. Der zweite Durchgang startete mit einer Greifswalder Druckphase, aus der sich die Gäste allerdings befreien konnten. Dennoch blieb die Partie offen, erst in der Nachspielzeit entschied der nach seiner langen Sperre wieder einsatzbereite Gladrow mit seinem 2:0 per Flachschuss die Partie (90.+2). Babelsberg feierte somit den vierten Sieg im vierten Auswärtsspiel.

Der Tabellenkeller stand bei der Partie Germania Halberstadt gegen den FC Viktoria 1889 Berlin im Fokus. Die Partie endete mit dem ersten Auswärtsdreier für Victoria Berlin in dieser Saison. Das Tor des Tages erzielte Yilmaz, der im zweiten Versuch abstaubte (18.). Eine zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung der Berliner, auf die nach wie vor sieglose Germanen keine Antwort mehr fanden. Chancen waren für Halberstadt vorhanden, am Ende aber stand die siebte Niederlage im achten Spiel.

Abstiegskampf pur gab es auch zwischen den punktgleichen SV Lichtenberg 47 und dem ZFC Meuselwitz zu sehen, mit dem besseren Ende für die Heimelf. Die Gäste starteten zunächst besser, in einem dann aber ausgeglichenen Duell ging der SVL kurz vor der Pause in Führung: Gawe war bei einer Flanke zur Stelle und markierte das 1:0 (44.). Spätestens mit dem 2:0 durch Ohlow, vor dem die Meuselwitzer den Ball nicht klären konnten, war der SVL endgültig auf Kurs. Zwar wurde die Partie durch Trübenbachs Volleytreffer aus spitzem Winkel (77.) nochmal spannend, Lichtenberg aber brachte die Führung über die Zeit.

Tennis Borussia behält die Rote Laterne

Am Samstag trafen sich zwei Klubs aus der Hauptstadt, bei denen es bisher holprig lief: Der BFC Dynamo hätte sich nach der Meisterschaft im Vorjahr sicherlich mehr als nur Platz zwölf ausgerechnet, Tennis Borussia hält mit einem Pünktchen die rote Laterne in seinen Händen. In das Krisenderby startete der BFC Dynamo druckvoller und ging in der 9. Minute durch einen Distanzschuss von Pollasch in Führung. In der 17. Minute legte der amtierende Meister nach, Beck erzielte nach Vorlage von Suljic seinen ersten Treffer seit seinem Doppelpack am 6. August gegen Meuselwitz. Bei der Frage, wer sich mit drei Punkten frisches Selbstvertrauen holen könnte, nahm die Antwort spätestens ab der 27. Minute klare Konturen an, da erhöhte Reher im Anschluss an einen Eckstoß auf 3:0. Bei den Gastgebern klappte in dieser Phase beinahe alles, Beck platzierte kurz danach den Ball mit Wucht im Winkel, 4:0 (31.). Mit diesem satten Vorsprung im Rücken nahm der BFC Dynamo das Tempo raus. Das nutzten die Veilchen zum Ehrentreffer durch Bähr (70.). Mit dem 4:1-Sieg macht das Team von Trainer Heiner Backhaus einen Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld.

Mit langsamen Schritten arbeitete sich zuletzt Energie Cottbus in der Tabelle nach oben. Am Samstag kam der 1. FC Lok Leipzig ins Stadion der Freundschaft. Die Gäste konzentrierten sich zunächst auf eine stabile Defensive. In der 27. Minute fand Energie zum ersten Mal eine Lücke, Borgmanns Vorlage vom linken Flügel verwertete Hasse mit einem unhaltbaren Schuss aus zentraler Position. Die Leipziger brauchten nur wenige Minuten, dann ließ sich Atilgan aus kurzer Distanz vor FCE-Keeper Bethke nicht zweimal bitten und leitete einen Ogbidi-Pass ins Tor weiter (32.).

Alles in allem ging das 1:1 zur Pause in Ordnung. Auch wenn Cottbus mehr vom Spiel hatte, so setzten die Gäste auch den ein oder anderen Nadelstich. So in der 50. Minute. Da spielte Pfeffer einen Traumpass auf Dombrowa, der aber vor Bethke etwas zu hoch zielte. Einer puren Willensleitung hatte der FCE seine Führung in der 64. Minute zu verdanken: Hasse setzte sich robust in einem Zweikampf durch, über Wähling kam der Ball zu Borgmann, der das Leder versenkte. Danach drängten die Lausitzer auf das 3:1. Das fiel zunächst nicht, ab der 85. Minute erhöhten die Leipziger auf einmal den Druck. Ausgleichsschütze Atilgan konnte in der Nachspielzeit nicht mehr mithelfen, selbstverschuldet, denn nach einer Gelben Karte klatschte er hämisch und bekam von Schiedsrichter Markhoff direkt die Ampelkarte gezeigt. In der Nachspielzeit zog Abu-Afla nochmal zu einem Sprint an, war nicht mehr einzufangen und erzielte den 3:1-Endstand.

Ebenfalls am Samstag duellierten sich die vor Anpfiff punktgleichen FC Rot-Weiß Erfurt und Hertha BSC II. Und so stellte sich auch die Anfangsphase dar, zwischen den Thüringern und den Hauptstädtern herrschte Augenhöhe. Bei Erfurt erzeugte insbesondere Hajrulla große Gefahr, Berlins Schlussmann Cuk war stark gefordert. In der 31. Minute gingen allerdings die selbsternannten "Hertha-Bubis" in Führung. Eine Flanke des umtriebigen Covic köpfte Haxha am langen Pfosten über die Linie. Manu hätte im Gegenzug beinahe ausgeglichen, doch seinen Kopfball kratzte Eitschberger für den schon bezwungenen Cuk von der Linie. Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte klatschte ein Hajrulla-Schuss an die Latte. In der 58. Minute machte es Ciccarelli besser, der einen Vorlage von Mergel im Strafraum gut verarbeitete und zum 1:1 ins lange Eck traf. Nach einer schönen Kombination, an der auch wieder Hajrulla beteiligt war, markierte Cicarelli in der 67. Minute mit seinem zweiten Treffer an diesem Tag die Erfurter Führung. Kurz vorher konnte Cuk mit einem glänzenden Reflex noch Seidemann stoppen. Der Berliner Torwart war dafür verantwortlich, dass Erfurt nicht frühzeitig den Deckel drauf machen konnte, von den Hertha-Talenten kam in der Schlussphase nichts mehr gegen clever verteidigende Thüringer.

Erste Niederlage für Jena

Mit der BSG Chemie Leipzig und Carl Zeiss Jena spielten am Freitag zwei Teams aus dem Verfolgerfeld gegeneinander. Wegen des starken Zuschauerandrangs - insgesamt kamen knapp 5000 Zuschauer in den Alfred-Kunze-Sportpark -  ging die Partie gut zehn Minuten später los. Jena startete mit viel Ballbesitz, die BSG Chemie verteidigte aber geschickt. In der 26. Minute kam Petermann aber aus kurzer Distanz zum Abschluss, Bellot rettete seine Leipziger mit einem tollen Reflex.

In der 46. Minute war Bellot nach einem Lupfer von Verkamp schon geschlagen, Wendt kratzte den Ball von der Linie. Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit wurde das Spiel immer ansehnlicher, mit guten Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Eine davon nutzte Harant in der 67. Minute, der einen Freistoß mit viel Wucht in den Winkel zimmerte. Die Leipziger brachten den Sieg in einer ausgeglichenen Schlussphase über die Zeit und konnten es somit verschmerzen, dass Harant und Jäpel große Chancen auf das 2:0 versiebten. Für Jena bedeutete das 0:1 die erste Saisonniederlage.

Im zweiten Freitagsspiel empfing die VSG Altglienicke den Chemnitzer FC, der zuletzt drei Niederlagen einstecken musste. Das wollte die VSG offenbar sofort ausnutzen, ging früh drauf und stresste somit den CFC. Der befreite sich nach gut einer Viertelstunde aus der Umklammerung, und mit einer der ersten Offensivaktionen gingen die Himmelblauen sogar in Führung. Roschers Hereingabe drückte Brügmann im Fallen über die Linie (15.). Davon beflügelt war die Elf von Christian Tiffert jetzt angekommen in der Partie. In Sachen Effizienz agierte Chemnitz wie eine Spitzenmannschaft, in der 23. Minute landete eine weitere Hereingabe von Roscher über Umwege bei Kircicek, der bei seinem Abschluss auch noch Keeper Bätge tunnelte, 2:0. Altglienicke musste danach Brehmer auswechseln, der nach einem Pressschlag liegen blieb. Der eingewechselte Uzan führte sich in der 33. Minute gut ein, einen Querpass von Oudenne schob er zum Anschlusstreffer ins leere Tor ein. Kurz darauf rettete bei einem Freistoß die Latte für den CFC.

Nach Wiederanpfiff schlenzte Cigerci erst an die Unterkante der Chemnitzer Latte. Kurz darauf drang Zeiger mit Wucht in den Strafraum ein und schloss ab. Diesmal sprang der Ball vom Querbalken hinter die Linie, 2:2 in der 53. Minute. Das Führungstor in der 61. Minute hatte sich angedeutet, da die Hausherren in dieser Phase richtig stark aufspielten. Mensah traf im Strafraum aus dem Gewühl. Aber trotz der jüngsten Negativserie biss sich der CFC zurück in das Spiel. In der 73. Minute brachte Stagge den Ball in Richtung Tor, von Liebelt abgefälscht landete der Ball zum 3:3 im Netz. Die finalen Minuten gehörten wieder den Hausherren. Cigerci setzte die Kugel in der 82. Minute erneut an die Latte, Sekunden vor Schluss krallte sich Gäste-Keeper Wunsch einen Distanzschuss des auffälligsten VSG-Akteurs. Mit dem 3:3 konnte Chemnitz seine Niederlagenserie beenden.

stw/jam

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