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"Fünf-Sterne-Stadion": Zweitligist UD Almeria rüstet sich für die Champions League

Spanischer Zweitligist sorgt weiter für Schlagzeilen

"Fünf-Sterne-Stadion": Almeria rüstet sich für die Champions League

Alles andere als hochmodern: das Estadio de los Juegos Mediterraneos im Juni 2020.

Alles andere als hochmodern: das Estadio de los Juegos Mediterraneos im Juni 2020. Getty Images

Es gibt etwas, das haben Jordi Escobar, Umar Sadiq, Alex Centelles, Lucas Robertone, Joao Carvalho, Jorge Cuenca, Sergio Akieme, Pedro Mendes, Aitor Bunuel, Samu Costa, Juanma Rodríguez, Giorgi Makaridze, Cristian Olivera, Juan Villar, Manu Morlanes, Aketxe, Largie Ramazani und Chumi gemeinsam. Und auch Sivera, David Costas, Francis Guerrero, Kaptoum, Coric, Juan Munoz, Ivan Barbero, Ozornwafor, Dragan Rosic, Yanis Rahmani, Darwin Nunez, Rene Roman, Chema Nunez, Romera, Jonathan Silva, Juan Ibiza, Enzo Zidane, Valentin Vada, Iván Martos und Sergio Aguza vereint etwas.

Die erstgenannten 18 Spieler sind allesamt Sommer-Neuzugänge von UD Almeria. Die 20 folgenden sind die Abgänge.

Soweit eigentlich nichts Neues beim Zweitligisten aus Andalusien. Schon im Sommer 2019 hatte der neue Besitzer Turki Al-Sheikh geheuert und gefeuert, was das Zeug hielt, in 22 Tagen kamen 13 neue Spieler. Doch der gerade mal 39-jährige Geschäftsmann aus Saudi-Arabien baut nicht nur die Mannschaft um. Sondern nun auch das Stadion.

Vor wenigen Tagen hat Almeria in einem Konzept mit zwei Phasen vorgestellt, wie das neue Estadio de los Juegos Mediterraneos aussehen soll. Der Umbau der ersten Phase wird rund fünf Millionen kosten, von denen rund eine Million bereits in die neue Beleuchtung des Stadions investiert wurde. In drei bis vier Monaten sollen zum Beispiel die Außenbereiche, Umkleidekabinen und Büros fertig sein. In der zweiten Phase soll die Leichtathletik-Laufbahn verschwinden, um die Zuschauer näher ans Feld zu bringen und die Kapazität des Stadions zu erhöhen.

Wenn es UD Almeria gut geht, geht es der Stadt auch gut.

Almerias Bürgermeister Ramon Fernandez Pacheco

Almerias Bürgermeister ist begeistert: "Ich bin sehr aufgeregt, wir wohnen gerade einem großen Ereignis bei", sagte Ramon Fernandez Pacheco bei der Präsentation. "Wenn es UD Almeria gut geht, geht es der Stadt auch gut." Dass der Besitzer so viel in den Klub investiert habe, "ist eine gute Nachricht für alle. Wir sind sehr glücklich, dass Turki Almeria gekauft hat. Hoffentlich können wir in Zukunft die besten Vereine Europas in diesem Stadion sehen."

Man wird bei diesen Worten das Gefühl nicht los, dass sich jeder gerne von Al-Sheikh vor den Karren spannen lässt, solange man nur von ihm profitiert. Wie gefährlich das sein kann, zeigt die Vergangenheit. Almeria ist schließlich schon der zweite Verein, den er auf Linie bringen will , der ägyptische Klub Pyramids FC war der erste. Vor seiner Übernahme hieß der Verein Al Assiouty und spielte in Asyut, Al-Sheikh steckte ordentlich Geld in den Klub, benannte ihn um, verlegte ihn nach Kairo - und stieg nach drei Monaten wieder aus.

"Fakten statt Versprechen"

Doch noch ist Al-Sheikh da, und Generaldirektor Mohamed El Assy stimmte nur allzu gerne in die Lobeshymne für seinen Boss, der sich laut Medienberichten von seinen Mitarbeitern mit "Eure Majestät" anreden lässt, mit ein. "Turki ist der Besitzer, aber der Klub gehört ganz Almeria. Wir sprechen über großartige Sportprojekte, soziale Aktionen. Das waren nicht nur Versprechen. Die Fakten sind da."

El Assy erklärte weiter, Almeria solle "national und international ein Maßstab werden. Wir werden das Stadion in einen Fünf-Sterne-Veranstaltungsort verwandeln." Bei der UEFA wird inzwischen zwar nicht mehr nach Sternen klassifiziert, sondern nach Kategorien, doch es dürfte klar sein, was Almeria anstrebt: die Königsklasse.

Wann die legendäre Hymne letztlich durch Almerias Stadion hallt, steht allerdings in den Sternen. Der neureiche Klub verpasste im Sommer den Aufstieg, daran konnten auch fünf Trainerwechsel innerhalb einer Saison nichts ändern.

Aktuell sieht es übrigens auch nicht so gut aus. Die Rot-Weißen liegen mit drei Punkten aus drei Spielen auf Rang 18.

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Christoph Laskowski