Weltmeisterschaft

DEB-Auswahl mit Arbeitssieg gegen Frankreich

Niederberger erstmals bei der WM im Tor

DEB-Auswahl mit Arbeitssieg gegen wehrhafte Franzosen - aber Stützle verletzt

Führungstreffer: Daniel Fischbuch (li.) erzielt gegen Frankreich das 1:0.

Führungstreffer: Daniel Fischbuch (li.) erzielt gegen Frankreich das 1:0. IMAGO/ActionPictures

Erstmals bei der WM setzte Toni Söderholm im Tor auf Mathias Niederberger, sodass Philipp Grubauer nach seiner starken Leistung beim 2:1 gegen die Slowakei am Samstag eine Pause erhielt. Ansonsten baute der finnische Coach auf dieselbe Formation wie in den ersten beiden Partien.

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Leo Pföderl

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Das deutsche Team erwischte gegen Frankreich einen Start nach Maß: Der in Überzahl wunderbar von Leo Pföderl bediente Daniel Fischbuch traf völlig frei aus kurzer Distanz zum 1:0, gerade einmal 124 Sekunden waren gespielt. Kurz darauf verpasste Stefan Loibl mit einem Alleingang in Unterzahl, den Frankreichs Keeper Sebastian Ylönen entschärfte, den zweiten Treffer (4.).

Die Franzosen hielten trotz des frühen Rückstands dagegen und fuhren ihre Checks immer wieder zu Ende. So auch in der 14. Minute, in der sich Tim Stützle bei einem Check am Knie verletzte, langsam vom Eis Richtung Kabine fuhr und sich dabei ein Frustfoul leistete. Alexandre Texier - einziger NHL-Profi Frankreichs bei der WM - nutzte das folgende Powerplay zum 1:1 (15.).

Dass Deutschland dennoch mit einer Führung in die erste Drittelpause ging, lag an Alexander Ehl, der einen Schuss von Dominik Bittner in der 18. Minuten an Ylönen vorbei ins Tor abfälschte. Es war das erste WM-Tor für den Stürmer der Düsseldorfer EG.

Gallet trifft, DEB-Team verliert Faden

Während Stützle zum Start des zweiten Drittels in der Kabine blieb, verpasste Marc Michaelis das 3:1 nur ganz knapp, weil Ylönen den Bauerntrick-Versuch des deutschen Centers mit dem Schoner irgendwie noch genau auf der Linie stoppte (22.). Das deutsche Team war nun deutlich spielbestimmender als noch im ersten Drittel. Doch das Tor markierten die Franzosen bei einem schnörkellos vorgetragenen Entlastungsangriff: Hugo Gallet fälschte einen harten Pass von Charles Bertrand an Niederberger vorbei zum 2:2 ab (32.).

Nach dem Gegentor verlor das DEB-Team ein wenig den Faden, ein Powerplay noch vor Ende des zweiten Drittels brachte lediglich eine Break-Chance für die Franzosen.

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Pföderl veredelt Noebels' Zuspiel

Im Schlussabschnitt startete das deutsche Team erneut dominant - und ging dank eines sehenswerten Treffers zum dritten Mal in Führung. Marcel Noebels bediente Pföderl per Flip-Pass und Letzterer vollstreckte in Torjägermanier zum 3:2 (46.). Wie schon gegen die Slowaken verteidigte die deutsche Auswahl den knappen Vorsprung anschließend über die Zeit.

"Bei so einem Turnier werden Spiele mit einem Tor entschieden, deswegen ist es gut, dass wir schon früh zeigen konnten, dass wir das können", resümierte Noebels nach der Partie bei "Sport1". Zum Siegtreffer in Koproduktion mit seinem Berliner Sturmkollegen Pföderl fügte er mit einem Augenzwinkern an: "Er braucht immer ein bisschen länger zum Tor, deswegen musste ich beim Pass ein wenig verzögern."

Das DEB-Team hat nun zwei Tage spielfrei, ehe es am Donnerstag (15.20 Uhr) gegen Dänemark und Freitag (15.20 Uhr) gegen Italien mit zwei Partien binnen gut 24 Stunden weitergeht.

Statistik zum Spiel:

Frankreich - Deutschland 2:3 (1:2, 1:0, 0:1)

Frankreich: Ylönen - Gallet, Auvitu; Llorca, Chakiachvili; Crinon, Thiry; Guebey - Fleury, Treille, Tim Bozon; Bertrand, Claireaux, Perret; Leclerc, Texier, Boudon; Ritz, Fabre, Kevin Bozon; Colotti.

Deutschland: Niederberger - Moritz Müller, Seider; Jonas Müller, Holzer; Wagner, Wissmann; Bittner - Ehliz, Stützle, Plachta; Noebels, Michaelis, Pföderl; Schmölz, Loibl, Fischbuch; Soramies, Kastner, Ehl.

Tore: 0:1 (2:04) Fischbuch (Pföderl, Michaelis) PP, 1:1 (14:48) Texier (T. Bozon; Chakiachvili), 1:2 (17:51) Ehl (Bittner, Kastner), 2:2 (31:18) Gallet (Bertrand, Claireux), 2:3 (45:45) Pföderl (Noebels, Michaelis).

Zuschauer: 2.000.

Schiedsrichter: Hansen (Norwegen)/Heikkinen (Finnland).

Strafminuten: Frankreich 6 - Deutschland 6.

jom