Nationalelf

Hansi Flick: "Mir wird noch zu viel aufeinander gedeutet"

Götze-Comeback unwahrscheinlich - Lob für Sané

Flick im Exklusiv-Interview: "Mir wird hier noch zu viel aufeinander gedeutet"

Spricht exklusiv im kicker: Bundestrainer Hansi Flick.

Spricht exklusiv im kicker: Bundestrainer Hansi Flick. imago images/Sven Simon

Wie schon als Cheftrainer des FC Bayern, mit dem er in anderthalb Jahren sieben Titel gewonnen hat, forciert Flick nach wie vor den Teamgedanken. Diese Einstellung treibt er nun sogar noch weiter voran. "Ich möchte, dass wir miteinander agieren und füreinander da sind, der Verband für die Vereine und umgekehrt", betont er. "Mir wird hier noch zu oft aufeinander gedeutet. Diese Denkweise - hier der Verein und da der Verband - wollen wir gemeinsam aufbrechen. Wir benötigen ein noch besseres Zusammenspiel, eine noch konstruktivere Zusammenarbeit."

Er selbst lebt dieses für ihn ideale Modell vor und erklärt sein Vorgehen in den Personalien Ridle Baku und Marco Reus bei der Länderspieltour im September, als er beide vorzeitig abreisen ließ. "Ich hatte wegen Baku mit seinem Trainer Mark van Bommel und auch mit Sportdirektor Marcel Schäfer gesprochen. Beide fanden es gut, dass wir die Situation offen angesprochen haben. Auch sie fanden es sinnvoll und richtig, ihn nicht mitzunehmen, damit er keine unnötige Reise mitmachen muss, sondern stattdessen zu Hause im Verein trainieren kann. Es wurde alles sauber kommuniziert."

Trainersteckbrief Flick
Flick

Flick Hans-Dieter

Spielersteckbrief M. Götze
M. Götze

Götze Mario

Spielersteckbrief L. Sané
L. Sané

Sané Leroy

Ich glaube, dass es bei ihm jetzt klick gemacht hat.

Hansi Flick über Leroy Sané

Personell glaubt er sich dafür sehr gut aufgestellt. "Von meinen Spielern und ihren Möglichkeiten bin ich absolut überzeugt. Wir sind auf allen Positionen mehrfach gut besetzt", betont Flick, "und wir können manche Spieler variabel aufstellen." Er führt mehrere Beispiel an: "Kai Havertz kann mehrere Positionen spielen, Müller und Reus können das ebenfalls. Jamal Musiala zum Beispiel kann auch als Sechser spielen." Ganz besonders erfreut den Bundestrainer Leroy Sanés (25) Entwicklung, wie er hervorhebt: "Ich glaube, dass es bei ihm jetzt klick gemacht hat."

"Überangebot": Mit einem Götze-Comeback sieht es schlecht aus

Auch Mario Götzes (29) Fähigkeiten lobt er, "aber auf seiner Position ist die Qualität bei uns einfach sehr hoch, ich habe hier fast ein Überangebot". Mit einem Comeback des 63-maligen Nationalspielers sieht es vorerst also eher schlecht aus. Eine klare Aussage nimmt Flick zudem in der Abfolge der Torhüter vor: "Manuel Neuer ist bei uns die Nummer 1 vor Marc-André ter Stegen, Bernd Leno und Kevin Trapp. Das haben wir den Spielern auch so klar kommuniziert, damit jeder weiß, wo er augenblicklich steht."

Das Ziel ist klar: "In die Weltspitze, an die Weltspitze"

Für die künftige Spielweise nennt der Bundestrainer das 6:0 gegen Armenien als Maßstab. "Für uns gilt: Besteht die Möglichkeit, nach vorne zu spielen, dann wollen wir das tun." Das Ziel ist klar, Flick formuliert es mit Nachdruck, gleich doppelt: "Wir wollen wieder dahin kommen, wo wir einmal waren, in die Weltspitze, an die Weltspitze." Zu Manuel Neuers neulicher Aussage, er wolle 2022 Weltmeister werden, verweist Flick zurück in die Vergangenheit: "Im November 2019 hätte auch niemand gedacht, dass Bayern München 2020 die Champions League gewinnen würde."

Das große Interview mit Bundestrainer Hansi Flick über fünf Seiten lesen Sie in der neuen Montagsausgabe des kicker (auch als eMagazine). Darin ebenfalls enthalten: Ein großes Porträt über den neuen U-21-Trainer Antonio Di Salvo - und ein ausführliches Interview mit seinem Vorgänger Stefan Kuntz, der vor seinem Debüt als türkischer Nationaltrainer steht.

Karlheinz Wild