Von den Vertragsparteien selbst gibt es bislang keine Details, dafür berichtet die Nachrichtenagentur AFP, dass der Deal vorsieht, dass DAZN zwei noch offene Raten in Höhe von insgesamt 140 Millionen Euro überweisen und darüber hinaus das angestrengte Verfahren vor dem Pariser Handelsgericht beenden wird.
DAZN hatte die Übertragungsrechte an der Ligue 1 ursprünglich bis 2029 für 400 Millionen Euro erworben. Offensichtlich zahlte sich diese Investition nicht aus, so liegt das Unternehmen in Frankreich mit derzeit rund 650.000 statt der erhofften 1,5 Millionen Abonnements deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Wenig überraschend wuchs beim Streaminganbieter schon länger die Unzufriedenheit. Man beklagte sich "über schwierige Bedingungen, unter denen es die Rechte der Ligaspiele verwerten muss" - unter anderem wurde dabei auch fehlende Bereitschaft einiger Vereine im Hinblick auf "innovative Inhalte" ebenso moniert wie eine ausufernde Piraterie. Der Streamer drohte schließlich mit dem Ausstieg aus dem laufenden Vertrag, etwaige Vermittlungsversuche scheiterten.
Für den Fall eines Rückzugs forderte die Ligue 1 eine Entschädigungszahlung von 120 Millionen Euro. Auf der anderen Seite zog DAZN vor Gericht und wollte seinerseits wegen "beobachteten Versäumnissen" und angeblicher "Irreführung des Marktes" 573 Millionen Euro Entschädigung.
Diese Forderung soll nun aber vom Tisch sein. Der bestehende Vertrag zwischen den beiden Parteien läuft vorerst weiter. Diesen hatte man nach langer Suche erst kurz vor Saisonbeginn abgeschlossen - und dabei wurde der ursprünglich angepeilte Erlös von einer Milliarde Euro bei weitem verfehlt. Derzeit ist es so, dass DAZN acht Spiele überträgt und der katarische Sender BeIN Sports eins.
DAZN soll bei neuem Sender einsteigen
Nach der nun erfolgen Einigung klingen die Aussagen bereits deutlich versöhnlicher. So teilte die britische Plattform auf AFP-Anfrage mit: "DAZN freut sich über den konstruktiven Austausch und die Unterzeichnung der Vereinbarung. Wir nehmen nun die Arbeit wieder auf: Eine neue Phase der Gespräche mit der LFP beginnt."
Dass eine Einigung bevorsteht, hatte sich kürzlich angedeutet. Da war rausgekommen, dass DAZN signalisiert habe, dass man die Übertragungsrechte für die acht Spiele pro Spieltag zugunsten eines neuen Senders, der zu 100 Prozent der Ligue 1 gehört, aufgeben könnte. Ganz umsonst dürfte das nicht passieren, vielmehr scheint das ein Joint Venture zu werden, da sich DAZN an besagtem Sender mit 100 Millionen Euro beteiligen wolle. Berichten zufolge besitzen sowohl die LFP als auch DAZN jeweils eine Klausel zur Vertragskündigung im Dezember 2025.
Final ist freilich noch nichts und vieles bleibt daher noch spekulativ. Fakt ist: Der französische Fußball hat weiterhin ein Problem mit der Monetarisierung - und wird sich diesbezüglich etwas einfallen lassen müssen.
